03:59 21 April 2018
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    NATO-Übungen in Polen (Archiv)

    WSJ: Gefechtsbereitschaft für Mehrheit der Nato-Länder ein Problem

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    Politik
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    Fast alle Nato-Mitgliedsstaaten haben Probleme mit der Gefechtsbereitschaft ihrer Streitkräfte. Dies teilt die Zeitung „The Wall Street Journal“ (WSJ) unter Verweis auf ehemalige und jetzige Beamte des Bündnisses mit.

    Als Beispiel erwähnt die Zeitung Griechenland und die Türkei, die zwar umfangreiche Streitkräfte besitzen, welche aber nicht im Agieren bei Entfaltung in einer Konfliktzone im Ausland geschult sind. Was Deutschland betreffe, so verfüge die Bundeswehr über bedeutende Panzer- und Artilleriekräfte, doch es mangele den deutschen Streitkräften an Ausrüstung.

    Nato-Gipfel in Brüssel (Archivbild)
    © Sputnik / Alexey Witwitskij
    Die USA fordern von ihren Nato-Bündnispartnern ein aktiveres Handeln, damit zumindest 30.000 Militärs, 30 Kriegsschiffe und mehr als 360 Kampfjets innerhalb eines Monats nach der Entscheidung über eine Truppenverlegung bereit sind, an einem beliebigen Ort der Welt zu agieren.

    Unter Verweis auf Beamte hebt die Zeitung hervor, dass der US-Verteidigungsminister James Mattis die Nato aufgefordert habe, das Treffen von Entscheidungen zu beschleunigen, die Möglichkeiten zur Truppenverlegung zu erhöhen und sich davon zu überzeugen, dass die Allianz über Kräfte zur operativen Entfaltung verfüge.

    Die Vertreter der Nato erörtern laut der Zeitung die Vorschläge Washingtons. „Die Beamten heben die allgemeine Unterstützung der USA hervor, und die Bündnispartner erhoffen eine Einigung bis zum Nato-Gipfel im Juli“, schreibt das Blatt.

    Es gehe darum, „festzulegen, welche Verbände konkret ihre Bereitschaft verstärken müssen“, zitiert die Zeitung Hans Binnendijk, einen Ex-Beamten aus der Bill-Clinton-Administration. Wie der frühere Nato-Generalsekretär Alexander Vershbow betonte, sei „die  Fähigkeit der Nato zur Stärkung noch weit vom geforderten Niveau entfernt“.

    Aber selbst eine solche Truppenverstärkung werde im Fall „einer umfangreichen Offensive Russlands“ nicht helfen können. Die Verlegung einer Verstärkung sei zudem nur in dem Fall möglich, sollte die Besetzung des Territoriums eines Nato-Mitglieds „langsam erfolgen“, wird im Artikel festgestellt.

    Der Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hatte am Dienstag die Entscheidung verkündet, dass die Nordatlantikallianz die Zahl der Mitarbeiter der Vertretung Russlands bei der Nato von 30 bis auf 20 Personen reduzieren wolle, und zwar als Maßnahme im Zusammenhang mit dem Vorfall im britischen Salisbury.

    Die EU-Behörden hatten am Mittwoch einen Aktionsplan zur Erhöhung der militärischen Mobilität im Rahmen der Europäischen Union und außerhalb ihrer Grenzen vorgestellt, der auf ein höheres Zusammenwirken der EU-Länder bei der Verlegung von Truppen und Mitteln im Fall entstehender Krisensituationen gerichtet ist.

    Früheren Meldungen war zu entnehmen, dass die Nato-Länder vor dem Hintergrund der Differenzen mit Russland hinsichtlich der Ukraine mehrere Maßnahmen zur Erweiterung der militärischen Tätigkeit in Europa angekündigt hätten. So die Festigung der schnellen Eingreifkräfte, die Aufstockung des US-Militärkontingents, die Erweiterung der Programme für Militärübungen und das Patrouillieren, ebenso das Anwachsen der Verteidigungsausgaben. Russland spricht in diesem Zusammenhang von einer beispiellosen Erweiterung der Nato-Aktivitäten an seinen Grenzen.

    Wie der  Kommandeur des Korps der US-Marineinfanterie, General Robert Neller, mitteilte, wollen die Nato-Länder im Oktober 2018 ein Großmanöver an Russlands Grenzen durchführen.

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    Tags:
    Erweiterung, Maßnahmen, Vorbereitung, Handel, NATO, Bill Clinton, Jens Stoltenberg, James Mattis, USA, Russland