07:57 25 September 2018
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    Russlands Botschaft in Washington

    US-Geheimdienste attackieren russische Diplomaten mit Anwerbeversuchen - Botschafter

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    US-Geheimdienste haben in der jüngsten Zeit die Anwerbeversuche russischer Diplomaten deutlich erhöht, wobei in erster Linie die zur Ausreise verpflichteten Diplomaten betroffen sein sollen. Das gab Russlands Botschafter in Washington, Anatoli Antonow, bekannt.

    „Wir kennen die Herangehensweise der US-Geheimdienste, die – diplomatisch gesagt – versuchen, unkonventionelle Beziehungen zu unseren Diplomaten herzustellen“, sagte Antonow. „Im Grunde genommen versuchen sie diese damit zu zwingen, ihr Land zu verraten“.  

    Die im Zuge des Skandals um die Vergiftung des Ex-Doppelagenten Sergej Skripal als persona non grata erklärten russischen Diplomaten reisen am heutigen Samstag aus den USA aus. Zusammen mit den Familienmitgliedern verlassen insgesamt  171 Menschen das Land. 

    Am vergangenen Montag hatten 18 EU-Länder sowie die USA, Kanada, die Ukraine, Albanien, Mazedonien und Norwegen im Zusammenhang mit dem „Fall Skripal“ die Ausweisung russischer Diplomaten beschlossen. Am Dienstag schloss sich Australien als 25. Land an.

    Am 5. März war bekannt geworden, dass der ehemalige Oberst des russischen Militärgeheimdienstes GRU und Überläufer Sergej Skripal und seine Tochter Julia in der britischen Stadt Salisbury vergiftet wurden. London behauptet, Skripal und seine Tochter seien mit dem Stoff A234 in Kontakt gekommen und wirft Moskau eine Verwicklung in das Attentat vor, weil der Giftstoff nach Angaben von Experten sowjetischer Herkunft war. Russland weist die Vorwürfe entschieden zurück.

    Skripal war 2006 wegen Spionage für den britischen Auslandsgeheimdienst MI6 zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Er kam jedoch im Juni 2010 im Zuge eines Austausches inhaftierter Spione zwischen Russland und den USA auf freien Fuß. Kurz darauf wurde Skripal in Großbritannien Asyl gewährt.

     

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    Spion, Anwerbung, Ausweisung, Diplomaten, Geheimdienste, Vergiftung, Skandal, Sergej Skripal, Salisbury, Großbritannien, USA, Washington, Russland