06:55 24 April 2018
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    Ein Mann raucht auf einer Bank vor der US-Boutique in Peking

    China wirft Westen „nicht zivilisiertes“ Benehmen vor

    © AP Photo / Andy Wong
    Politik
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    China hat die Ausweisung russischer Diplomaten im Zuge des Skripal-Falls als eine „grobe und nicht zivilisierte Benehmungsform“ kritisiert. Das schreibt die Zeitung „Global Times“, die als Sprachrohr der Regierung in Peking gilt.

    Die Zeitung betont, dass Großbritannien über keine Beweise verfügt, die auf Russlands Verwicklung in den Vergiftungsanschlag gegen den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter hindeuten würden. 

    „Solche Handlungen führen zu nichts Weiterem außer dem Wachstum von Feindlichkeit und Hass zwischen den westlichen Ländern und Russland“, hieß es im Artikel. 

    Außerdem sei besorgniserregend, dass westliche Großmächte sich vereinigen, ein Urteil über einen anderen Staat fällen und dabei die internationalen Vorgehensweise und Regeln missachten könnten. 

    „Zur Zeit des Kalten Kriegs würde keine westliche Nation eine solche Provokation wagen, heute wird das mit schrankenloser Leichtigkeit getan“, schreibt die Zeitung.

    „Solche Handlungen sind nichts Weiteres, als eine Form westlicher Schikanen, die den globalen Frieden und die Gerechtigkeit gefährden“. 

    Die Zeitung ruft nicht westliche Länder auf, ihre Einigkeit zu stärken und gemeinsame Bemühungen zu unternehmen, um sich von der westlichen „Einschüchterungstaktik“ zu schützen. 

    „Der Westen ist ja nur ein Bruchteil der Welt“, fasst die Zeitung zusammen. 

    Am vergangenen Montag hatten 18 EU-Länder sowie die USA, Kanada, die Ukraine, Albanien, Mazedonien und Norwegen im Zusammenhang mit dem „Fall Skripal“ die Ausweisung russischer Diplomaten beschlossen. Am Dienstag schloss sich Australien als 25. Land an.

    Am 5. März war bekannt geworden, dass der ehemalige Oberst des russischen Militärgeheimdienstes GRU und Überläufer Sergej Skripal und seine Tochter Julia in der britischen Stadt Salisbury vergiftet wurden. London behauptet, Skripal und seine Tochter seien mit dem Stoff A234 in Berührung gekommen und wirft Moskau vor, in das Attentat verwickelt zu sein. Denn nach Angaben von Experten soll der Giftstoff sowjetischer Herkunft sein. Russland weist die Vorwürfe entschieden zurück.

    Skripal war 2006 wegen Spionage für den britischen Auslandsgeheimdienst MI6 zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Er kam jedoch im Juni 2010 im Zuge eines Austausches inhaftierter Spione zwischen Russland und den USA auf freien Fuß. Kurz darauf wurde Skripal in Großbritannien Asyl gewährt.

     

    Tags:
    Diplomaten, Ausweisung, Vergiftung, Kritik, China, Russland, EU, Europa, USA