01:47 23 April 2018
SNA Radio
    Julia Skripal (Archivbild)

    Giftanschlag: Skripals Tochter soll Zugriff auf Geheimkonto erhalten haben

    © AP Photo / Yulia Skripal/Facebook
    Politik
    Zum Kurzlink
    0 1589

    Nur einige Tage vor dem mutmaßlichen Giftanschlag im britischen Salisbury soll Julia Skripal laut der Zeitung „Daily Mirror“ Zugang zu einem Geheimkonto mit 150.000 Pfund Guthaben erhalten haben.

    Das Geld soll von einem Hausverkauf in Großbritannien stammen. Laut der Zeitung gehörte das verkaufte Haus Julias Bruder Alexander, der voriges Jahr unter unbekannten Umständen in St. Petersburg gestorben ist, und dessen Ex-Frau Natalia. Sie soll das Haus verkauft und einen Teil des Geldes an Alexander gegeben haben.

    „Ende Februar erhielt Julia eine Generalvollmacht von ihrem Vater Sergej, um ein ihrem Bruder gehörendes geheimes Bankkonto unter eigene Kontrolle zu nehmen“, zitiert „Daily Mirror“ die Nichte des Ex-Doppelagenten Sergej Skripal, Viktoria.

    „Derzeit befindet sich das Geld auf einer russischen Bank“, sagte Viktoria weiter.

    Am 5. März war bekannt geworden, dass der ehemalige Oberst des russischen Militärgeheimdienstes GRU Sergej Skripal und seine Tochter Julia in der britischen Stadt Salisbury vergiftet wurden. London behauptet, Skripal und seine Tochter seien mit dem Stoff A234 vergiftet worden, und wirft Moskau vor, in das Attentat verwickelt zu sein, weil der Giftstoff nach Angaben von Experten sowjetischer Herkunft gewesen sein soll. Russland weist die Vorwürfe entschieden zurück.

    Skripal war 2006 wegen Spionage für den britischen Auslandsgeheimdienst MI6 zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Er kam jedoch im Juni 2010 im Zuge eines Austausches inhaftierter Spione zwischen Russland und den USA auf freien Fuß. Kurz darauf wurde Skripal in Großbritannien Asyl gewährt.

    18 EU-Länder sowie die USA, Kanada, die Ukraine, Albanien, Mazedonien, Norwegen und Australien haben im Zusammenhang mit dem „Fall Skripal“ die Ausweisung russischer Diplomaten beschlossen. 

     

    Zum Thema:

    China wirft Westen „nicht zivilisiertes“ Benehmen vor
    Russlands UN-Botschafter stellt London unbequeme Frage
    „Pure Doppelmoral“: Kritik aus der Schweiz zu Vorgehen des Westens im Fall Skripal
    Causa Skripal: Moskau stellt 13 Fragen an Organisation für Verbot chemischer Waffen
    Ex-Kohl-Berater verweist auf Fehler des Westens im Fall Skripal
    Tags:
    Geheimkonto, Spion, Nervengift, Ausweisung, Diplomaten, Geld, Vergiftung, Julia Skripal, Sergej Skripal, Großbritannien, Russland