22:53 22 September 2018
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    Chemiewaffen-Experte am Ort des Giftanschlags in Salisbury

    Porton Down: Britische Experten konnten russische Herkunft von A234 nicht nachweisen

    © REUTERS / Peter Nicholls
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    Experten des britischen Chemielabors Porton Down haben die Herkunft des Nervengiftes, mit dem der russisch-britische Ex-Doppelagent Sergej Skripal vergiftet wurde, nicht nachweisen können. Das teilte Laborchef Gary Aitkenhead dem TV-Sender Sky News am Dienstag mit.

    Die Proben seien allerdings als Nervengift des Typs „Nowitschok“ (A234) identifiziert worden, sagte der Laborchef weiter.

    „Wir haben den genauen Ursprung nicht festgestellt. Wir haben aber die wissenschaftlichen Angaben an die Regierung weitergegeben, die dann viele andere Quellen genutzt hat, um zu entsprechenden Schlussfolgerungen zu kommen“, sagte Aitkenhead.

    Am 5. März war bekannt geworden, dass der ehemalige Oberst des russischen Militärgeheimdienstes GRU Sergej Skripal und seine Tochter Julia in der britischen Stadt Salisbury vergiftet wurden. London behauptet, Skripal und seine Tochter seien mit dem Stoff A234 vergiftet worden, und wirft Moskau vor, in das Attentat verwickelt zu sein, weil der Giftstoff nach Angaben von Experten sowjetischer Herkunft gewesen sein soll. Russland weist die Vorwürfe entschieden zurück.

    Skripal war 2006 wegen Spionage für den britischen Auslandsgeheimdienst MI6 zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Er kam jedoch im Juni 2010 im Zuge eines Austausches inhaftierter Spione zwischen Russland und den USA auf freien Fuß. Kurz darauf wurde Skripal in Großbritannien Asyl gewährt.

    18 EU-Länder sowie die USA, Kanada, die Ukraine, Albanien, Mazedonien, Norwegen und Australien haben im Zusammenhang mit dem „Fall Skripal“ die Ausweisung russischer Diplomaten beschlossen. 

     

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    Beweise, Nervengift, Herkunft, Chemielabor Porton Down, Russland, Großbritannien