03:12 24 April 2018
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    London gibt zu: Vorwürfe gegen Moskau im Skripal-Fall ruhten teils auf Vermutungen

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    Politik
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    Die Vorwürfe gegen Moskau in Bezug auf die Vergiftung des Ex-Spions Sergej Skripal haben nicht ausschließlich auf Erkenntnissen des Nervengift-Labors, sondern teilweise auf Informationen der britischen Geheimdienste basiert, teilt das britische Außenministerium am Dienstag mit.

    Konkret habe man sich auf die Informationen gestützt, wonach Russland angeblich nach Wegen suche, Giftsubstanzen für Morde einzusetzen und dabei ehemalige Geheimdienstagenten als potenzielle Zielscheiben betrachte, heißt es in der Erklärung.

    „Das ist nur ein Teil der Aufklärungsdaten, die uns vorliegen. Zu diesen Angaben gehört auch unser Wissen darüber, dass Russland innerhalb des letzten Jahrzehnts Wege zur Entwicklung von chemischen Substanzen erforscht hat, vermutlich für Mordanschläge, sowie Angaben über frühere Morde, die von Russland begangen wurden. Und unsere Schlussfolgerung lautet: Russland sieht manche ehemalige Geheimdienstmitarbeiter als Zielscheiben“, heißt es in dem Dokument.

    Daher sei Russland für diese „schamlose und rücksichtslose Aktion“ verantwortlich. „Eine andere plausible Erklärung gibt es nicht.“

    Zuvor war bekannt geworden, dass die Experten des britischen Chemielabors Porton Down die Herkunft des Nervengiftes, mit dem der russisch-britische Ex-Doppelagent Sergej Skripal vergiftet wurde, nicht nachweisen konnten. Das teilte Laborchef Gary Aitkenhead dem TV-Sender Sky News am Dienstag mit.

    „Wir haben den genauen Ursprung nicht festgestellt. Wir haben aber die wissenschaftlichen Angaben an die Regierung weitergegeben, die dann viele andere Quellen genutzt hat, um zu entsprechenden Schlussfolgerungen zu kommen“, sagte Aitkenhead.

     

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    Tags:
    Vergiftung, Sergej Skripal, London, Deutschland, Russland