06:04 23 Juli 2018
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    Raketenabwehrkomplex S-400 (Archiv)

    Erdogan forciert Raketendeal mit Russland – S-400-Liefertermin vorverlegt

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    Die Lieferungen der russischen Flugabwehr-Raketensysteme S-400 an die Türkei sind auf den Juli 2019 vorverlegt worden. Dies teilte der Vizechef des Sekretariats für Verteidigungsindustrie der Türkei, Ismail Demir, nach dem Treffen der Präsidenten beider Staaten, Recep Tayyp Erdogan und Wladimir Putin, in Ankara mit.

    Putin hatte am Dienstag nach den Verhandlungen mit Erdogan mitgeteilt, beide Staaten hätten vereinbart, die Umsetzung des S-400-Deals zu beschleunigen.

    „In der Sitzung des Rats für Zusammenarbeit auf höchster Ebene haben wir die Möglichkeiten der Kooperation in der Verteidigungsindustrie erörtert. Das Datum des Lieferbeginns für die Flugabwehr-Raketensysteme S-400 im Rahmen des mit Russland unterzeichneten Vertrags ist auf einen früheren Zeitpunkt verschoben worden und für Juli 2019 vorgesehen“, schrieb Demir auf Twitter.

    Der Chef der russischen Waffenexportbehörde „Rosoboronexport“, Alexander Michejew bestätigte dies und sagte: „Wir werden alles Notwendige tun, um der Bitte der türkischen Seite nachzukommen.“

    Die Türkei hatte bereits 2009 Kaufinteresse an den S-400 signalisiert. Zu einem Deal war es damals aber nicht gekommen. Ende 2015 schoss die Türkei einen russischen Bomber über Syrien ab und vergiftete damit die Beziehung zu Moskau für Monate. Die Normalisierung der Beziehungen, die im Juni 2016 begann, machte eine Wiederaufnahme der S-400-Verhandlungen möglich. Im September vergangenen Jahres überwies die Türkei einen Vorschuss.

    Nach Angaben des türkischen Sekretariats für Verteidigungsindustrie kauft Ankara zwei S-400-Batterien, die von türkischen Mannschaften bedienen werden sollen. Beide Seiten einigten sich zudem auf eine technologische Zusammenarbeit in dieser Sphäre, um die Produktion von Flugabwehr-Raketensystemen in der Türkei zu entwickeln.

    Das S-400-System (Nato-Code SA-21 Growler) ist mit einer Reichweite von 400 Kilometern gegen alle Typen von Flugzeugen über Drohnen bis zu Marschflugkörpern wirksam und kann auch taktische Raketen abfangen. Selbst Tarnkappenflugzeuge (Stealth) haben dagegen keine Chance. Jedes System kann gleichzeitig 36 Ziele in bis zu 27 Kilometer Höhe mit insgesamt 72 Raketen beschießen. Das System ist mit vier Raketentypen kompatibel, die sich in Gewicht und Reichweite unterscheiden.

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    Tags:
    Raketenabwehrsystem S-400, Recep Tayyip Erdogan, Wladimir Putin, Türkei, Russland
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