00:34 30 November 2020
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    Das japanische Außenministerium hat gegenüber Russland und den USA Protest wegen ihrer Pläne zum gemeinsamen Bau von Dieselkraftwerken auf Schikotan, einer der Kurilen-Inseln, eingelegt. Das sagte der japanische Außenminister Taro Kono bei Parlamentsanhörungen, wie das Portal kp.ru berichtet.

    „Das widerspricht der Position Japans voll und ganz, die Tatsache, dass Drittländer in die wirtschaftliche Tätigkeit auf vier (Kurilen-)Inseln hineingezogen werden, ist äußerst bedauernswert“, zitiert die Agentur Kyodo den Minister.

    Der Bau der beiden Kraftwerke war zuvor vom Gouverneur des Gebietes Sachalin, Oleg Koschemjako, angekündigt worden. Die Energieanlagen sollen Fischverarbeitungskombinate mit Strom versorgen, die auf dem „Territorium beschleunigter Entwicklung Kurilen“ entstehen sollen. Dabei kommt ein US-Unternehmen als einer der künftigen Investoren in Frage.

    Wie die Webseite kp.ru zuvor mitgeteilt hatte, ist die sogenannte Kurilen-Frage seit Jahren Gegenstand eines Gebietsstreits zwischen Russland und Japan. Die südlichsten Inseln des Kurilen-Archipels: Iturup, Kunaschir, Schikotan und die Inselgruppe Chabomai waren nach dem Zweiten Weltkrieg Teil der Sowjetunion geworden, was völkerrechtlich festgehalten wurde. Japan beansprucht diese Inseln. Tokio hatte bereits früher die Rückgabe der Inseln als Bedingung für den Abschluss eines Friedensvertrages gefordert, der nach dem Kriegsende bis heute nicht zustande gekommen ist.

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    Tags:
    Bauprojekt, Gebietsstreit, Agentur Kyodo, Taro Kono, Kurilen, USA, Russland, Japan