04:06 23 Juli 2018
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    UN-Botschafter Russlands Wassili Nebensja (Archiv)

    Moskau bittet um UN-Sondersitzung

    © AP Photo / Mary Altaffer
    Politik
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    Moskau will im Zusammenhang mit dem Giftanschlag auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal und dessen Tochter eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates einberufen. Das teilte der ständige UN-Botschafter Russlands Wassili Nebensja mit.

    Nebensja wandte sich am Mittwoch an den Vorsitzenden des UN-Sicherheitsrates: „Wir bitten Sie auf Anweisung unserer Regierung, morgen um drei Uhr eine offene Sitzung des Sicherheitsrates aufgrund des Briefes der britischen Premierministerin Theresa May in Bezug auf den Vorfall in Salisbury einzuberufen.“

    Gemeint ist Mays Schreiben vom 13. März an den Sicherheitsrat, in dem behauptet wird, dass Russland „höchstwahrscheinlich“ für den Giftanschlag verantwortlich sei.

    Am 5. März war bekannt geworden, dass der ehemalige Oberst des russischen Militärgeheimdienstes GRU Sergej Skripal und seine Tochter Julia in der britischen Stadt Salisbury vergiftet wurden. London behauptet, Skripal und seine Tochter seien mit dem Stoff A234 vergiftet worden, und wirft Moskau vor, in das Attentat verwickelt zu sein, weil der Giftstoff nach Angaben von Experten sowjetischer Herkunft gewesen sein soll. Russland weist die Vorwürfe entschieden zurück.

    Skripal war 2006 wegen Spionage für den britischen Auslandsgeheimdienst MI6 zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Er kam jedoch im Juni 2010 im Zuge eines Austausches inhaftierter Spione zwischen Russland und den USA auf freien Fuß. Kurz darauf wurde Skripal in Großbritannien Asyl gewährt.

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    Tags:
    Vorwürfe, Vergiftung, Haft, Sitzung, UN-Sicherheitsrat, Wassili Nebensja, Großbritannien, Russland
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