17:27 23 April 2018
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    Russlands Präsident Wladimir Putin beim Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan in Ankara

    Weg zur Atomenergie geöffnet: Putins Ankara-Besuch ist „Message an Westen“ - Experte

    © Sputnik / Michail Klimentjew
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    Der zweitägige Besuch von Russlands Präsident Wladimir Putin in Ankara ist zu Ende gegangen. Ein türkischer Experte bewertet die Ergebnisse der Reise im Gespräch mit Sputnik.

    Der Besuch von Präsident Putin in Ankara, der erste nach dessen Wiederwahl, sei von großer Bedeutung, betont Mesut Hakki Сasin, Professor des Lehrstuhls für Internationale Beziehungen der Militärakademie und der Universität Özyeğin in Istanbul.

    Insbesondere sei dem Projekt des AKW Akkuyu eine bedeutende Rolle in den russisch-türkischen Beziehungen zuteil geworden: „Die Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Russland im Energiebereich (…) ist auf das Niveau der Atomenergie gestiegen und dadurch noch stabiler geworden. Die Türkei konnte vom Westen keinen Zugang zur Atomenergie bekommen, obwohl sie ganze 60 Jahre lang darum gebeten hatte.“

    Der Tag der Grundsteinlegung des ersten Energieblocks des AKW sei daher „zu einem historischen Datum für die Türkei“ geworden. Das Kernkraftwerk Akkuyu mit insgesamt 4 Energieblöcken werde es ermöglichen, rund zehn Prozent des Energiebedarfs der Türkei zu decken. Dieses Projekt sei eine vorteilhafte Investition für beide Seiten, und soll zudem die Implementierung der Pipeline South Stream beschleunigen und das Vertrauen der beiden Länder stärken.

    „Auch auf den Handel zwischen den beiden Ländern wird sich das positiv auswirken. Der Warenumsatz wird auf bis zu 50 Milliarden Dollar steigen“, so der Experte.

    Wie er ferner darauf hinwies, war das die erste Reise des russischen Staatschefs nach dessen Wiederwahl vor gut zwei Wochen, die jener auf Einladung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan unternahm.

    „Das ist eine Art Message an den Westen, in der Russlands Bedeutung als internationaler Spieler und Partner hervorgehoben wird. Im ‚Fall Skripal‘ hat sich die Türkei geweigert, sich an den westlichen Sanktionen gegen russische Diplomaten zu beteiligen“, bemerkt Сasin.

    Ihm zufolge gibt es Kräfte, die die Türkei und Russland gerne als Feinde sehen würden, doch seien heute die beiden Länder wichtige strategische Partner.

    „Nach den Ereignissen vom 15. Juli, als sich der Westen von der Türkei abgewandt hatte, hat Putin den türkischen Behörden Unterstützung zugesagt. Und heute agiert Ankara ähnlich gegenüber Russland“, schloss der Experte.

    Während Putins Besuchs sollen eine Reihe von Abkommen in den Bereichen Kommunikation, Sport und Sozialpolitik unterzeichnet und Vereinbarungen über die Beschleunigung der Lieferungen von russischen Raketenkomplexen S-400 an die Türkei und die Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern im Verteidigungsbereich erzielt worden sein.

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    Tags:
    Zusammenarbeit, Warenumsatz, South Stream, Vertrauen, Atomenergie, Vereinbarungen, Besuch, Universität Özyeğin in Istanbul, Militärakademie in Istanbul, AKW Akkuyu, Sputnik, Mesut Hakki Сasin, Recep Tayyip Erdogan, Wladimir Putin, Istanbul, Westen, USA, Russland, Ankara, Türkei
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