05:06 24 April 2018
SNA Radio
    US-Kongress (Symbolbild)

    CDU-Außenexperte Röttgen: Trump lotst USA in internationales Chaos

    © AFP 2018 / SAUL LOEB
    Politik
    Zum Kurzlink
    0 4538

    US-Präsident Donald Trump ist für den Weltfrieden nicht gerade nützlich und folgt einem „rein innenpolitischen Machtkalkül“. Diese Ansicht äußerte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU), am Donnerstag im Gespräch mit RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

    „Ich fürchte, Trump ist dem Weltfrieden nicht sehr zuträglich. Es gibt keine US-Außenpolitik. Trump folgt einem rein innenpolitischen Machtkalkül. Die außenpolitischen Folgen sind ihm ziemlich egal. Was zählt, sind Wählerstimmen“, zitiert die „Oberhessische Presse“ Röttgen.

    „Die neue Unberechenbarkeit der USA ist die Folge der aus Innenpolitik abgeleiteten Außenpolitik Trumps. Die USA drohen so zu einem Bestandteil des internationalen Chaos zu werden“, fügte der CDU-Außenexperte hinzu.

    Dies bedeute aber nicht, dass die USA ersetzbar wären: „Die USA bleiben unverzichtbar als Garant für die europäische Sicherheit und als Ordnungsfaktor in der Welt.“ Dennoch könne sich Europa nicht mehr auf die USA verlassen. Die Europäer müssen sich laut Röttgen mehr um ihre eigene Sicherheit kümmern.

    „Unberechenbarkeit ist Trumps Kennzeichen“, so der Politiker weiter. Sollte der US-Präsident den Atom-Deal mit dem Iran platzen lassen, werde das den „größten transatlantischen Konfliktfall der Nachkriegszeit“ provozieren. In diesem Fall würden die Europäer zusammen mit Russland, China und dem Iran auf der Seite jener stehen, die das Abkommen unterstützen, und damit erstmals nicht mit den USA auf einer Seite.

    Der von Ex-Präsident Barack Obama angeordnete Rückzug der USA aus dem Nahen Osten habe „Russland in der Region freie Hand gelassen“, fuhr der Außenexperte fort. Was die Europäer angehe, so spielen sie überhaupt keine Rolle bei der Bewältigung der dortigen Krise. Nur Wladimir Putin, Recep Tayyip Erdogan und Hassan Rouhani bilden eine „Ad-hoc-Koalition, mit beachtlichen Differenzen untereinander“. Von einem „dauerhaften Bündnis“ könne nicht die Rede sein, glaubt Röttgen.

    Zum Thema:

    Trumps Handelskrieg: Du sollst keine Wirtschaft fördern neben mir
    Kims „diplomatische Offensive“ – und eine Idee, die Trump gefallen könnte
    Warum Trump Putin persönlich treffen will – Politologe klärt auf
    Tags:
    Sicherheit, Weltordnung, Rückzug, Donald Trump, Naher Osten, USA