18:11 14 November 2018
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    Julia Skripal (Archivbild)

    Wie Julia Skripal britische Pläne zu Verleumdung Russlands durchkreuzt – Medien

    © AP Photo / Yulia Skripal/Facebook
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    Der Zustand der Tochter des Ex-Doppelagenten Sergej Skripal, Julia Skripal, hat sich derzeit verbessert. Die Frau ist beinahe bereit, das Krankenhaus zu verlassen. Mit ihrer Genesung gerät die offizielle Version Londons zum vermeintlichen Giftanschlag von Salisbury immer mehr ins Wanken, schreibt der russische Sender „Swesda“.

    Am Mittwoch wurde eine Aufzeichnung des angeblichen Gesprächs zwischen Julia Skripal und ihrer Cousine Victoria in einer Sendung des TV-Senders „Rossija 1“ publik gemacht. „Alles in Ordnung, alles ist lösbar, alle erholen sich, alle sind am Leben“, soll Julia gesagt haben.

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    Die schnelle Verbesserung des Zustands der Frau wäre laut „Swesda“ jedoch kaum möglich gewesen, wenn gegen die Skripals ein starkes Gift eingesetzt worden wäre, behaupten die britischen Behörden.

    Bemerkenswert sind unter anderem die Worte von Julia, die den „Einwohnern von Salisbury“ ihre Dankbarkeit ausdrückt. „Besonders möchte ich die Einwohner von Salisbury erwähnen, die zu Hilfe gekommen sind, als mein Vater und ich hilflos waren“, hieß es in einer Erklärung von Julia Skripal, die auf der Webseite von Scotland Yard veröffentlicht wurde.

    Diese Worte „stimmen mit der Version der britischen Offizielle nicht überein“, so „Swesda“. „Nach Londons Behauptungen wurde ein ganzes Arsenal von ‚starken Giftstoffen‘ eingesetzt. (…) Es stellt sich dann die Frage: Wie fühlen sich diejenigen Bürger, die als erste dem Vater und der Tochter zu Hilfe gekommen sind? Sie hatten wohl keine Schutzausrüstung“.

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    Auch nicht zu vergessen sei der Polizist, der während des Vorfalls von Salisbury ebenfalls eine Vergiftung erlitten haben soll, jedoch nur wenige Tage im Krankenhaus verbracht habe.

    Der Ex-Spion Sergej Skripal selbst befindet sich nach Angaben der Agentur Reuters nicht mehr in einem kritischen Zustand. Laut den britischen Offiziellen soll „keine Hoffnung“ auf seine Genesung bestanden haben.

    „Wie ist das möglich? Hat das heimtückische ‚Nowitschok‘, mit dessen Verwendung Theresa May und Boris Johnson alle so beängstigten, nicht funktioniert? Ist es denn verfallen? Oder war das vielleicht gar kein russisches ‚Nowitschok‘, was vor kurzem eine Untersuchung im spezialisierten Labor Porton Down des britischen Verteidigungsministeriums belegte?“, fragt der Sender.

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    Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März im britischen Salisbury bewusstlos aufgefunden worden. Von wem und unter welchen Umständen sie wirklich vergiftet wurden, ist unklar. Russland weist den Vorwurf von sich und fordert eine unabhängige Aufklärung.

    Dennoch lehnte die Europäische Union auf einer Sondersitzung der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), die am Mittwoch auf den russischen Antrag hin in Den Haag stattfand, den Vorstoß Russlands und weiterer 14 Mitgliedstaaten zu völkerrechtskonformen Ermittlungen ab. Die britische Delegation bezeichnete den Vorschlag zu gemeinsamen Untersuchungen sogar als eine „perverse Ablenkungstaktik“.

    Der mutmaßliche Giftanschlag auf die Skripals hatte eine schwere internationale Krise ausgelöst. Die britische Premierministerin Theresa May machte Russland für das Attentat verantwortlich und ließ russische Diplomaten ausweisen. Aus „Solidarität“ mit London wiesen Deutschland, die USA und deren Bündnispartner insgesamt mehrere Dutzend russische Diplomaten aus.

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    Tags:
    Giftstoff, Giftanschlag, Spion, Gift, Spione, Verbesserung, Krankenhaus, Agent, Vergiftung, Spionage, Stoff A234, Scotland Yard, die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), Viktoria Skripal, Julia Skripal, Yulia Skripal, Sergej Skripal, Salisbury, Großbritannien, Russland