06:53 20 August 2018
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    Viktoria Skripal

    Warum verweigert London Visum für Viktoria Skripal? – Botschaft Russlands

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    Politik
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    Die russische Botschaft in London hat die Ablehnung einer Visumsausstellung für die Cousine von der in Salisbury vergifteten Julia Skripal, Viktoria Skripal, kommentiert. Das teilte ein Vertreter der Botschaft gegenüber Sputnik mit.

    „Die Entscheidung britischer Behörden, Viktoria Skripal das Visum zu verweigern, ist, wie wir bereits gesagt haben, politisch motiviert und wirft ziemlich viele Fragen über den Grund der getroffenen Entscheidung auf. Die Liste der Fragen an die britische Seite verlängert sich ständig“, so der Sprecher.

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    Demzufolge erhielt die Botschaft am Samstag ein Schreiben des britischen Außenministeriums. Darin hieß es, dass Viktoria Skripal ein Visum in der britischen Botschaft in Moskau beantragt habe und über die Ergebnisse informiert worden sei.

    „Das Schreiben ist formeller Natur und gibt keine Antworten auf die von der Botschaft gestellten Fragen. Das ist bedauerlich. Die Weigerung, Viktoria Skripal zu ihrer Cousine und ihrem Onkel reisen zu lassen, enttäuscht an sich. Unseren Kontakten mit Viktoria Skripal zufolge hat sie sehr damit gerechnet, ihre Verwandten in dieser schweren Situation unterstützen zu können“, so der Vertreter der Botschaft.

    Am Freitag hatte der BBC-Sender unter Berufung auf eine Quelle in der Regierung in London berichtet, dass britische Behörden Viktoria Skripal das Einreisevisum verweigert hätten. Sie wollte nach Großbritannien fliegen, um ihren Onkel und ihre Cousine, Julia Skripal, zu unterstützen.

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    In einer Sendung des TV-Senders Sky News richtete sich Viktoria Skripal nach der Visumsverweigerung an die britische Premierministerin, Theresa May.

    „Die ganze Welt spricht derzeit von einem präzedenzlosen politischen Skandal, in dessen Mitte stehen aber lebendige Menschen. Das ist unsere Familie, die jetzt zusammen sein muss“, sagte Viktoria Skripal.

    Der Ex-Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter waren am 4. März im britischen Salisbury bewusstlos aufgefunden worden. Von wem und unter welchen Umständen sie wirklich vergiftet wurden, ist unklar. London wirft Moskau vor, die beiden mit dem Nervengift A234, das in Großbritannien als Nowitschok bekannt ist, vergiftet zu haben. Russland weist den Vorwurf von sich und fordert eine unabhängige Aufklärung.

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    Dennoch lehnte die Europäische Union auf einer Sondersitzung der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), die am Mittwoch auf den russischen Antrag hin in Den Haag stattfand, den Vorstoß Russlands und weiterer 14 Mitgliedstaaten zu völkerrechtskonformen Ermittlungen ab. Die britische Delegation bezeichnete den Vorschlag zu gemeinsamen Untersuchungen sogar als eine „perverse Ablenkungstaktik“.

    Der mutmaßliche Giftanschlag auf die Skripals hatte eine schwere internationale Krise ausgelöst. Die britische Premierministerin, Theresa May, machte Russland für das Attentat verantwortlich und ließ russische Diplomaten ausweisen. Aus „Solidarität“ mit London wiesen Deutschland, die USA und deren Bündnispartner insgesamt mehrere Dutzend russische Diplomaten aus.

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