18:15 10 Dezember 2018
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    Skripal, Beresowski, Litwinenko: „London handelt nach demselben Szenario“

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    Politik
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    Die Fälle des Doppelagenten Sergej Skripal, des Oligarchen Boris Beresowski und des Ex-Geheimdienstlers Alexander Litwinenko entwickeln sich nach demselben Szenario. Das teilte der Vizegeneralstaatsanwalt Saak Karapetjan bei einem Briefing mit.

    „Die britischen Behörden haben die antirussische Kampagne (…) gegen den ehemaligen Offizier Skripal und seine Tochter nach einem Szenario betrieben, das demjenigen ähnelt, das bei beweislosen Anschuldigungen gegen Russland wegen des scheinbaren Mordanschlags auf Boris Beresowski 2003 und der Mordumstände von Alexander Litwinenko in Großbritannien im November 2006 verwendet wurde“, sagte Karapetjan.

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    In den drei Fällen seien unbegründete Anschuldigungen weit verbreitet worden, wonach russische Sicherheitsdienste auf dem Territorium Großbritanniens Giftstoffe verwendet hätten. In diesem Zusammenhang sei die Verhängung von Sanktionen gegen Russland gefordert worden.

    Am 4. März 2018 wurden der 66-jährige Ex-Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia im britischen Salisbury bewusstlos aufgefunden. Von wem und unter welchen Umständen sie wirklich vergiftet wurden, ist unklar. Die britische Seite behauptet, dass in die Vergiftung der Skripals mit dem Stoff A-234 der russische Staat verwickelt sei. Russland weist diesen Vorwurf von sich und fordert eine unabhängige Aufklärung.

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    Der mutmaßliche Giftanschlag auf die Skripals hatte eine schwere internationale Krise ausgelöst. Die britische Premierministerin Theresa May machte ohne jegliche Ermittlungsergebnisse Russland für das Attentat verantwortlich und ließ russische Diplomaten ausweisen. Aus „Solidarität“ mit London wiesen Deutschland, die USA und deren Bündnispartner insgesamt mehrere Dutzend russische Diplomaten aus.

    Dem russischen Unternehmer und Politiker Boris Beresowski wurde in Russland Korruption und Geldwäsche vorgeworfen. Er bekam 2003 in Großbritannien politisches Asyl und starb in der englischen Stadt Ascot im Jahr 2013.

    Der Offizier des russischen Geheimdienstes FSB und später britischer Nachrichtendienstler Alexander Litwinenko verstarb 2006 in Großbritannien nach anfänglichen medizinischen Fehldiagnosen und Behandlungen an den Folgen einer Vergiftung mit Polonium 210.

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    Tags:
    Politik, Spionage, Agent, Doppelagent, Giftstoff, Giftattentat, Giftanschlag, Gift, KGB, Inlandsgeheimdienst der Russischen Föderation (FSB), Theresa May, Boris Beresowski, Alexander Litwinenko, Yulia Skripal, Viktoria Skripal, Sergej Skripal, Julia Skripal, Großbritannien, Russland