03:53 21 April 2018
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    Russische Botschaft in London (Archivbild)

    Fall Skripal: London will alle wichtigen Indizien zerstören – russische Botschaft

    CC BY-SA 3.0 / Sdrawkcab / Embassy of Russia in London 1
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    Ein Vertreter der russischen Botschaft in London hat gegenüber Sputnik die Versuche Großbritanniens kommentiert, wichtige Beweise im Fall Skripal zu vernichten.

    Am Montag hatten einige Medien berichtet, dass das Haus von Sergej Skripal sowie die Kneipe „The Mill“ und das Restaurant „Zizzi“, wo sich Sergej und Julia Skripal am Tag der des Giftanschlags aufgehalten hatten, abgerissen werden sollen.     

    „Wir haben schon eine ähnliche Vorgehensweise (bei der Zerstörung von Beweisen – Anm. d. Red.) bei den Haustieren von Sergej Skripal, bei der Parkbank, wo Sergej und Julia Skripal gefunden worden waren, und in anderen Fällen gesehen “, sagte der Vertreter.

    Seit dem 4. März mache die britische Seite alles, um einen Zugang Russlands zum Strafverfahren zu verhindern. Großbritannien stelle keine Informationen über das Ermittlungsverfahren zur Verfügung und blockiere den russischen Vertretern konsequent den Zugang zu Indizien wie Proben des in Salisbury verwendeten Giftstoffes, betonte der Diplomat.

    „Obwohl in Russland ein Strafverfahren wegen der Vergiftung von Julia Skripal eingeleitet worden ist, haben unsere Strafverfolgungsbehörden keinen Zugriff auf notwendige Beweise, weil ihre britischen Kollegen ihnen die Zusammenarbeit verweigern“, so der Vertreter.    

    Der russische Diplomat verwies darauf, dass die britische Ministerpräsidentin, Theresa May, und der britische Außenminister, Boris Johnson, am 12. März sehr schwere Vorwürfe gegen Russland erhoben hätten. Obwohl seitdem bereits ein Monat vergangen sei, hätten diese Vorwürfe immer noch nicht mit Fakten belegt werden können.  

    „Wir bekommen den Eindruck, dass die britische Regierung absichtlich versucht, alle möglichen Beweise zu zerstören, alle erhaltenen Materialien für geheim zu erklären und damit die Möglichkeit einer unabhängigen und transparenten Ermittlung auszuschließen. Ein solcher Kurs kann nur das Ansehen des Landes untergraben und seinem Image noch einen größeren Schlag versetzten. Wir fordern eine klare öffentliche Erklärung dieser Haltung“, sagte der Vertreter der Botschaft.

    Nach Angaben der russischen Botschaft sei erneut ein Schreiben mit der Aufforderung an das britische Außenministerium gerichtet worden, die in den britischen Medien aufgetauchten neuen Details zur Causa Skripal zu bestätigen oder zu dementieren. Den Berichten zufolge sollen Sergej Skripal und seine Tochter mit einem auf der Türklinke ihres Hauses aufgetragenen Gels vergiftet worden sein.    

    Der Diplomat bezeichnete die Angaben von den britischen Medien, wonach eine aus Syrien geschickte und im Zusammenhang mit dem Fall Skripal stehende Nachricht abgefangen worden sein soll, als fadenscheinig. Er merkte an, dass die mögliche Umsiedlung von Sergej und Julia Skripal in ein drittes Land gegen das Völkerrecht verstoße.    

    Der mutmaßliche Giftanschlag auf Sergej Skripal hatte eine schwere internationale Krise ausgelöst. Die britische Premierministerin, Theresa May, machte Russland für das Attentat verantwortlich, während Moskau Russlands Teilnahme an dem Anschlag auf Skripal kategorisch zurückweist.

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    Krise, Attentat, Völkerrecht, Zusammenhang, Angaben, Details, Erklärung, Eindruck, Giftgas-Vorwürfe, Zusammenarbeit, Möglichkeit, Diplomat, Ermittlungsverfahren, Informationen, Strafverfahren, Zugang, Giftanschlag, Vertreter, Außenministerium Großbritanniens, britische Regierung, RIA Novosti, russische Botschaft, Boris Johnson, Theresa May, Julia Skripal, Sergej Skripal, Salisbury, Russland, Großbritannien, London