03:04 24 April 2018
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    Oleg Deripaska

    Binnen 24 Stunden: Russische Magnaten verlieren über 15 Milliarden Dollar

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    Politik
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    Einen Tag nach der Einführung der neuen US-Sanktionen haben russische Milliardäre insgesamt mehr als 15 Milliarden US-Dollar eingebüßt. Diese Zahlen gehen aus dem Ranking „Bloomberg Billionaires Index“ (BBI) hervor.

    Am stärksten war demnach der Präsident des weltweit führenden Nickel- und Palladiumförderers „Nornikel,“ Wladimir Potanin, betroffen: Sein Vermögen soll um 2,28 Milliarden US-Dollar gesunken sein. Der Besitzer der Unternehmensgruppe „Renowa“, Viktor Wekselberg, habe 1,28 Milliarden US-Dollar verloren. Der Chef und Miteigentümer des russischen Erdölunternehmens „Lukoil“, Wagit Alekperow, soll wiederum 1,37 Milliarden verloren haben.

    Den Milliardär und einstigen Präsidentschaftskandidaten Michail Prochorow kosteten die Sanktionen laut dem BBI bislang 95,7 Millionen US-Dollar. Zahlreiche andere russische Unternehmer mussten schwere Verluste hinnehmen.

    Besonders hart trafen die Sanktionen Medienberichten zufolge den Aluminiumhersteller Rusal, an dem der Milliardär Oleg Deripaska den größten Anteil hält. Deripaska steht selbst auf der Sanktionsliste. Der Aktienkurs von Rusal brach bei der Börsenöffnung um rund 30 Prozent ein. Deripaska selbst soll nach Angaben von „Forbes“ innerhalb nur eines Tages 1,6 Milliarden US-Dollar verloren haben. Sein Vermögen sei auf 3,7 Milliarden US-Dollar gesunken.

    Die russischen Behörden suchen inzwischen nach Wegen, um Unternehmer vor den harten Auswirkungen der US-Sanktionen zu schützen. Nach Informationen der Zeitung „Wedomosti“ ziehen sie das sogenannte Offshoring in Betracht. Offshore-Unternehmen könnten auf der Oktjabrski-Insel in Kaliningrad sowie auf der Fernost-Insel Russki platziert werden. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde laut dem Blatt vom Ministerium für Wirtschaftsentwicklung erarbeitet und werde von den zuständigen Behörden geprüft.

    Wie eine Quelle gegenüber der Zeitung sagte, werden diejenigen, die ihr Geld zurück nach Russland holen wollen, dies schnell und ohne Steuern tun können: Das Projekt soll ihnen ermöglichen, ausländische Strukturen zu verlegen und dabei deren Rechtsform beizubehalten.

    Am 6. April hatte Washington Sanktionen gegen 17 hochrangige russische Beamte, sieben Unternehmer und ihre Firmen verhängt. Das russische Außenministerium empfahl den USA daraufhin, sich von Illusionen zu lösen, und kündigte eine harte Antwort an.

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    Tags:
    Geld, Verluste, Milliardär, Sanktionen, RusAl, USA, Russland