20:19 16 Juli 2018
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    Der syrische Präsident Baschar al-Assad (sitzt im Cockpit) während Besuchs des Militärflugplatzes Hmeimim (Archivbild)

    Tomahawks gegen Syrien: So kann Damaskus kontern

    © AP Photo / Syrian Presidency via Facebook
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    Präsident Trump hat Syrien wegen eines angeblichen Chlorgasangriffs Vergeltung angedroht. Russische Politiker verurteilen dies als Doppelmoral, die syrischen Truppen rüsten sich derweil zum Gegenschlag.

    Mit seiner „Politik der Doppelmoral“ übertreibt es Washington definitiv:

    „Die sollen sich weder auf ihre Fakes noch auf ihre Kampfschiffverbände verlassen“, sagte Wladimir Schamanow, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses der russischen Staatsduma.

    Russland sei ein souveränes Land, weshalb „kein einziger Regelverstoß“ unbeantwortet bleiben werde. Die Meldung über einen angeblichen Giftgasangriff auf eine Bildungseinrichtung in der syrischen Provinz Ost-Ghuta sei eine „reine Provokation“, erklärte der Politiker auf einer Plenarsitzung der russischen Staatsduma.

    Es gelte jedoch, darauf „in aller Umsicht und Verantwortung“ zu reagieren, so der Abgeordnete. Chemiespezialisten hätten inzwischen bestätigt, dass es keinerlei Spuren eines Giftgasangriffs in jenem Gebäude gebe, in dem die Amerikaner „ihre Fakes“ aufgenommen hätten. Auch seien keine Verletzten nach dem angeblichen Angriff entdeckt worden.

    Sollte Washington sich dennoch zum Angriff auf Syrien entschließen, habe die syrische Armee mehrere Möglichkeiten des Gegenschlags. Zum einen setzt die syrische Luftwaffe MiG-25-Jäger ein. Diese Kampfjets sind mit IR-Suchköpfen und einem Radar ausgerüstet, das Luftziele auch vor dem Hintergrund von Bodenlandschaft orten kann. Durch infrarot- und radargelenkte Luft-Luft-Raketen können diese dann bekämpft werden.

    Die modernsten syrischen Kampfjets sind Mig-29SM. Davon besitze die syrische Luftwaffe jedoch nur wenige. Bei einem massiven Tomahawk-Angriff der USA sollten sich die Syrer deshalb vor allem auf ihre Fla-Systeme und die russischen Luft- und Weltraumstreitkräfte verlassen.

    Nichtregierungsorganisationen – darunter die „Weißhelme“ – hatten am Sonntag gemeldet, in der syrischen Stadt Duma in Ost-Ghuta soll es einen Giftgasangriff gegeben haben. Es seien Chlorbomben eingesetzt und Dutzende Menschen getötet worden, hieß es in einer Online-Erklärung. US-Präsident Donald Trump hatte daraufhin Vergeltungsmaßnahmen angekündigt: Er werde den Beschluss in den nächsten „paar Tagen“ fassen, sagte der Staatschef am Montag in Washington.

    Die „Weißhelme“ seien dafür berühmt, Fake-News zu verbreiten, hieß es im russischen Verteidigungsministerium. Das russische Außenministerium bezeichnete die Meldung über den angeblichen Chlor-Angriff als „Info-Einwurf“. Zuvor hatten die russischen Behörden mehrmals vor möglichen Provokationen und Inszenierungen in Syrien gewarnt.

    Dessen ungeachtet griff die israelische Luftwaffe am Montag, den 9. April eine syrische Luftwaffenbasis in der Provinz Homs an. Wie die syrische Agentur Sana berichtet, feuerten F-15-Kampfjets der israelischen Luftwaffe aus dem libanesischen Luftraum mehrere Raketen auf den syrischen Stützpunkt ab.

    Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, die syrische Armee habe den Großteil der Flugkörper abfangen können. Trotzdem seien Angehörige des syrischen Militärs getötet und verletzt worden. Russische Einsatzkräfte seien nicht zu Schaden gekommen.

    Der Abgeordnete Schmanow wertet den israelischen Angriff als „absoluten Verstoß gegen internationale Regeln“. Dadurch erhöhe sich die Zahl der Konfliktparteien in Syrien, zumal Israel weder den russischen Generalstab noch das russische Außenministerium vor der Attacke gewarnt habe.

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    Tags:
    Abwehrmittel, Raketenschlag, Giftgasangriff, Vorwürfe, Vorbereitung, MiG-29SM, Weißhelme, Donald Trump, Duma, Ost-Ghuta, Syrien, USA
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