20:33 24 Juni 2018
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    Der kubanische Staatschef Raul Castro (L) (Archiv)

    „Andere Wahrnehmung der Welt“: Kuba vor Führungswechsel

    © AFP 2018 / Jaime Blez
    Politik
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    Der kubanische Staatschef Raul Castro will bald zurücktreten. Ein russischer Experte erläuterte, wer als wahrscheinlicher Amtsnachfolger gilt und was dieser Führungswechsel bedeutet. Der kubanische Botschafter in Moskau bezeichnete Russland als strategischen Partner.

    Am 19. April sollen die Abgeordneten des kubanischen Parlaments aus ihren eigenen Reihen 31 Mitglieder des Staatsrats wählen. Dieser soll dann einen neuen Präsidenten bekommen. Der gegenwärtige Präsident des Staatsrats, Raul Castro, hat schon zwei Amtszeiten hinter sich und will nicht weiter im Amt bleiben.

    Die Pläne für seinen Rücktritt hatte Castro noch im Dezember in einer Parlamentstagung bestätigt. Der russische Amerika-Experte Lasar Chejfez, Professor an der Staatsuniversität St. Petersburg, sagte damals gegenüber Sputnik, der Amtsnachfolger von Castro stehe zwar offiziell noch nicht fest, man gehe aber davon aus, dass der Erste Vizepräsident des Staatsrats, Miguel Diaz-Canel Bermudez, das höchste Amt übernehmen solle: „In letzter Zeit ist er ziemlich aktiv und unternimmt öfter als zuvor Auslandsreisen.“

    „Aus natürlichen Gründen hat sich ein Generationswechsel bei der kubanischen Führung vollzogen. Die Generation des aufständischen Kampfes und des Untergrund-Krieges ist praktisch gegangen. Die Frage ist nun, wie sich die nach der Revolution geborene neue Führungsgeneration verhalten wird, sobald sie an die Machtspitze kommt. Sie hat andere Lebens- und Politik-Erfahrungen, eine andere Wahrnehmung der Welt“, betonte Chejfez.

    „Man kann nur rätseln, ob sie pragmatisch sein werden; ob sie Kompromisse eingehen werden, darunter auch mit den USA, oder an jenem Kurs festhalten wollen, den Fidel Castro vorgeschlagen hatte. Doch innerhalb von drei Jahren wird Raul Castro diese Vorgänge noch kontrollieren“, so der Experte. Er erläuterte, Raul bleibe voraussichtlich Chef der Kommunistischen Partei, und zwar bis zum nächsten Parteitag im Jahr 2021.

    Gerardo Penalver Portal, Kubas Botschafter in Moskau, sagte nach Angaben des TV-Senders Swesda, Russland werde zu den Ländern zählen, die der neue kubanische Staatschef in erster Linie besuchen solle: „Russland ist für Kuba nicht nur ein strategischer Partner – wir haben historische freundschaftliche Beziehungen.“

    „Unsere Länder unterhalten Beziehungen in den wichtigsten Wirtschaftsbranchen wie Energiewirtschaft, Verkehr, militärtechnische und wissenschaftlich-technische Kooperation sowie Tourismus“, so der Botschafter.

    Der Sender zitierte auch Nikolai Kalaschnikow, Vizechef des russischen Lateinamerika-Instituts, mit den Worten, Kuba sei an einer Kooperation mit Russland interessiert. Beispielsweise werde ein Programm zur Modernisierung des Eisenbahnverkehrs auf Kuba umgesetzt, wobei Russland Schienenfahrzeuge liefere.

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    Tags:
    Chef, Wechsel, Führung, Raul Castro, Fidel Castro, Russland, Kuba, USA
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