18:12 18 Juli 2018
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    am Bord des US-Zerstörers Donald Cook (Archiv)

    Trotz Spannungen ist großer Krieg nicht in Sicht – Militärexperte

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    Politik
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    Nikolaj Jolkin
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    Die höchst brisante Situation um Syrien, die mit einem ernsthaften militärischen Konflikt droht, führt laut Pulitzer-Preisträger und Oberst a. D. Viktor Litowkin jedoch nicht zu einer unmittelbaren Auseinandersetzung zwischen Russland und den USA. Alle würden genug Verstand und Nüchternheit aufbringen, um es nicht zum Krieg kommen zu lassen.

    Ob Russland zurückschlägt, falls die USA gegen Syrien Gewalt anwenden, hängt seiner Meinung nach davon ab, wie und wo der amerikanische Schlag fällt. „Wenn die Amerikaner sich doch dazu entschließen und es um ein zweitrangiges Objekt geht, wo keine russischen Bürger sind“, vermutete der Militärexperte im Interview, „dann dürfte es noch gut ausgehen, wie vor einem Jahr, als sie den Flugplatz von Schairat angegriffen haben. Die Amerikaner wurden jedoch gewarnt, dass wir anderenfalls ihre Raketen abfangen und gegen die Träger dieser Raketen, Flugzeuge und Schiffe, einen Schlag ausführen werden.“

    In der Tatsache, dass russische Flugzeuge den amerikanischen Zerstörer USS „Donald Cook“, der sich Syrien nähert, zumindest vier Mal überflogen haben, sieht Litowkin nichts Ungewöhnliches. „Wer kann es ihnen verbieten, wenn dabei die Sicherheitsregeln eingehalten werden? Es wird Aufklärung betrieben, es werden elektronische Abwehrgeräte eingeschaltet, um das Funktionieren des elektronischen Systems des Schiffes zu überprüfen, es quasi,abzutasten‘, um seine Belastbarkeit festzustellen.“

    Der Experte führte weiter aus: „Unser Jagdbomber Su-24 R hat bereits 2014 ein System der elektronischen Kampfführung vom Typ „Krassucha“ eingeschaltet, mit der es ausgestattet ist, und die gesamte Elektronik der „Cook“ wurde lahmgelegt. Was für ein Skandal ist damals in der amerikanischen Marine ausgebrochen! Verhalten sich die Amerikaner aggressiv, dann ist nicht auszuschließen, dass diese Art von Einwirkung erneut gegen sie angewendet wird.“

    Die Unterdrückung der Funksignale von US-Drohnen im Luftraum über Syrien durch russische Streitkräfte, die ihren Absturz verursachen und amerikanische Kriegsoperationen beeinträchtigen können, was US-Medien meldeten, kommentierte Litowkin mit der Frage: „Mit welchem Recht fliegen sie denn im syrischen Luftraum? Hat sie etwa jemand dorthin eingeladen? Syrien ist ein souveräner Staat, der mit der Russischen Föderation einen Vertrag über gegenseitige Hilfe hat. So wird das Abfliegen von Syrien durch amerikanische Drohnen zu Aufklärungszwecken und zur Suche nach ungeschützten Stellen für einen Angriff natürlich von Russland verhindert.“

    Syrien selbst besitze genug Flug- und wohl auch Raketenabwehrmittel, z.B. die Panzir-S1-Systeme, die ihm von Russland geliefert worden seien, fuhr der Militärexperte fort. „Diese Anlagen können sogar Tomahawks bekämpfen, die Langstrecken-Marschflugkörper, die in eher kleiner Höhe fliegen und Manöver ausführen, wenn sie auf das Ziel zufliegen. Sie fliegen aber mit Unterschallgeschwindigkeit, deshalb ist es ein Leichtes, sie mit dem Panzir-System auszumachen. Und noch leichter ist es, sie herunterzuholen, nachdem sie erkannt worden sind. Darüber hinaus verfügen die russischen Truppen dort auch über S-300- und S-400-Komplexe, die beliebige ballistische Ziele vernichten können, und erst recht die amerikanischen Tomahawks.“

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    Tags:
    Spannungen, Krieg, Raketenschlag, Su-24, USS Donald Cook, Russland, Syrien, USA
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