13:56 10 Dezember 2018
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    Fahrrad (Symbolbild)

    „An Merkels Groll auf Russen ist im Kindesalter geklautes Rad schuld“ – Ex-RZD-Chef

    CC BY-SA 2.0 / Andrea de Poda / rear up in pink
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    Die angebliche Abneigung der Kanzlerin Angela Merkel gegen Russen erklärt der ehemalige Chef des russischen Bahnmonopolisten RZD Wladimir Jakunin in seinem neuen Buch damit, dass ihr als Kind das Fahrrad gestohlen worden sei – und zwar ausgerechnet von einem sowjetischen Soldaten in Ostdeutschland. Diese Erklärung habe ihm Merkel selbst geliefert.

    In seinem Buch, das am heutigen Donnerstag im Verlag Biteback Publishing erscheint, erzählt Jakunin aus seinem Leben zu verschiedenen Zeiten, gibt einen ausführlichen Bericht über seine Arbeit als Chef des größten Infrastrukturmonopols Russlandsund teilt seine Eindrücke von verschiedenen Menschen, denen er in seiner Karriere begegnete, einschließlich Staatchefs.

    „Ich erinnere mich, wie ich 2008 den Siemens-Präsidenten Peter Löscher gefragt hatte, warum Kanzlerin Angela Merkel bei den Treffen mit Russen immer einen Dolmetscher nutzt, wenn sie in Ostdeutschland geboren ist und Russisch gut spricht. Ich habe immer so gedacht: wenn ich nur ein Wort auf Chinesisch kenne, nutze ich es, drei Wörter auf Deutsch – ich verwende sie“, schreibt Jakunin.

    Er habe nicht verstehen können, so Jakunin, warum jemand, der so gut wie Merkel Russisch spreche, bei den Reisen sich seinen Kenntnissen nicht bediene. Es habe den Eindruck gegeben, sie sei „von einer Art Phobie gefangengenommen“.

    Zwei Wochen später habe er dann die Möglichkeit bekommen, in Berlin mit Merkel persönlich ins Gespräch zu kommen.

    „Sie hat mich vor dem Empfangszimmers begrüßt und sofort begonnen, mit mir Russisch zu sprechen. Sie sagte: „Herr Jakunin, Sie haben Recht, ich habe tatsächlich Angst davor, Russisch zu sprechen. Als ich ein Kind war, hatte ein sowjetischer Soldat mein Fahrrad gestohlen, und seitdem habe ich das Gefühl, das man wohl einen Groll auf die Russen nennen kann“, — so zitiert Jakunin die Kanzlerin.

    „Ich habe gleich geantwortet: „Frau Merkel, hier gibt es ein großes Kaufhaus um die Ecke. Wenn ich mir sogar für ein Augenblick vorstellen könnte, dass es Ihre Wunde heilen würde, würde ich jetzt sofort dorthin laufen und alle vorhandenen Fahrräder zusammenkaufen; ich bin aber nicht sicher, dass es helfen würde“, sagte er.

    Jakunins Buch „Der Hinterhältige Pfad“, herausgegeben in Englisch unter dem Titel „The Treacherous Path“, erscheint zugleich auf Papier und als ein E-Book und kann auf Amazon gekauft werden.

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    Tags:
    Phobien, Fahrrad, Russen, Sprache, Russische Staatsbahn RZD, Siemens, Wladimir Jakunin, Angela Merkel, Ostdeutschland, Berlin, Deutschland, Russland