01:35 23 April 2018
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    Harald Kujat (Archivbild)

    Mit „unerfahrenem“ Macron: General Kujat warnt vor Krieg mit Russland

    © AFP 2018 / Belga/ Jacques Collet
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    Nachdem US-Präsident Trump Damaskus und Moskau mit einem Angriff in Syrien gedroht hat, warnt der Ex-Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, vor einer Eskalation mit Folgen auch für Deutschland. Nach Ansicht des Generals a.D. schüren nicht nur der „unerfahrene“ französische Präsident Macron, sondern auch die Kanzlerin Merkel die Spannungen.

    „Wir stehen an der Schwelle zu einem heißen Krieg. Alles läuft auf eine Konfrontation zwischen den beiden nuklearstrategischen Supermächten, den Vereinigten Staaten und Russland, zu“, sagte Kujat in einem phoenix-Interview. „Das ist eine Situation, die auch auf unsere eigene Sicherheit erhebliche Auswirkungen haben könnte.“

    In der aktuellen Situation geht es Kujat allein darum, Eskalation zu verhindern. Stattdessen sehe er eine Bundeskanzlerin, „die den Konflikt verbal anheizt und sich nicht darum bemüht, für Zurückhaltung und Mäßigung zu sorgen und nicht dazu beiträgt, das Vertrauen in die Großmächte wieder aufzubauen.“

    Kujat verwies darauf, dass die internationalen Beziehungen heute — im Gegensatz zum Kalten Krieg — eine völlig neue Qualität hätten:

    „Wir haben einen unerfahrenen französischen Präsidenten, der sich an der Eskalation beteiligt, eine britische Ministerpräsidentin, die innenpolitisch unter starkem Druck steht und einen erratischen amerikanischen Präsidenten, der der nuklearstrategischen Supermacht Russland nicht nur droht, sondern einen Schlag ankündigt.“

    Das Ganze erinnere an die Lage vor dem Ersten Weltkrieg, „wo die Mächte auch wie Schlafwandler in einen Krieg hineingeschlittert“ seien. „Auch heute sind unsere Politiker offensichtlich nicht in der Lage, die sicherheitspolitischen und strategischen Konsequenzen eines möglichen Konfliktes und die Auswirkungen, die es auf unsere Sicherheit hat, richtig einzuordnen“, so Kujat in dem Interview.

    US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch gedroht, in allernächter Zeit Syrien mit „intelligenten“ Raketen anzugreifen. „Mach dich gefasst Russland“, schrieb er auf Twitter. Aus Moskau hieß es, Russland behalte sich das Recht vor, die "US-Raketen abzuschießen und Feuerquellen anzugreifen“. Experten warnten daraufhin vor der Gefahr eines direkten Konflikts der USA mit Russland.

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    Am Mittwochabend ließ Trump mildere Töne anklingen. Aus dem Weißen Haus hieß es, ein Raketeneinsatz sei eine Option, aber die Entscheidung sei noch nicht gefallen.

    Formeller Anlass für den angedrohten US-Militärschlag ist die angebliche neue Giftgasattacke bei Damaskus, die die USA und ihre europäischen Alliierten der syrischen Regierung um Präsident Baschar al-Assad in die Schuhe schieben.

    Beweise gibt es bislang keine. Nach russischen Angaben hat es keinen Giftgasangriff gegeben. Die Information über die angebliche Attacke tauchte vor dem Hintergrund der Erfolge der syrischen Armee in der Rebellenenklave Ost-Ghuta bei Damaskus auf. Mit der Flucht der Militanten aus dieser Region schwindet die Hoffnung der USA, dass Präsident Assad gestürzt wird.

    Der russische Generalstab hatte bereits am 13. März gewarnt, dass Militante in Ost-Ghuta die Inszenierung eines Chemiewaffen-Einsatzes vorbereiten würden, um den USA einen formellen Anlass für den Angriff auf Assad zu liefern. Experten warnen unterdessen vor einem militärischen Konflikt zwischen den Atommächten USA und Russland.

    Der Engel und Teufel des mächtigsten Mannes der Welt
    © Sputnik / Podvitski
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    Tags:
    Kalter Krieg, Weltkrieg, Krieg, Bundeswehr, NATO, Theresa May, Donald Trump, Harald Kujat, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Syrien, Deutschland, USA, Frankreich, Russland