14:58 10 Dezember 2018
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    Russlands Außenamtssprecherin Maria Sacharowa

    Skripals als Geiseln in London? Moskau wittert Verschwörung

    © Sputnik / Евгения Новоженина
    Politik
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    In der internationalen Affäre um den Giftanschlag auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal entsteht laut der russischen Außenministeriumssprecherin Maria Sacharowa der Eindruck, dass man dessen ebenso vergiftete Tochter Julia Skripal von jeglichen Kontakten abschotten wolle, was wiederum mehrere Fragen an London aufwerfe.

    „Bisher hatten die Skripals keinen Kontakt zur Außenwelt. Völkerrechtswidrig wurde uns der konsularische Zugang nicht gewährt“, sagte Sacharowa bei einem Briefing am Donnerstag.

    Moskau will laut ihr sicherstellen, dass die am Mittwoch von Scotland Yard verbreitete Erklärung Julia Skripals tatsächlich echt ist. Das Schreiben sei nämlich „auf eine Weise verfasst, um die offizielle Erklärung der britischen Behörden zu unterstützen und gleichzeitig jegliche Möglichkeit der Kontakte Julias zur Außenwelt auszuschließen“, so die Sprecherin weiter.

    „Erstaunlich ist der Satz über irgendeinen Zugang zu Freunden und Familie. Denn solche Kontakte unterhält niemand der Verwandten Skripals, die in der britischen und russischen Presse zitiert werden. Soweit wir wissen, haben die Opfer keine näheren Angehörigen außer Viktoria Skripal und die mit ihr lebende Mutter Sergejs. Mit welcher Familie steht Julia dann im Kontakt? Umso seltsamer sieht der Satz ‚niemand spricht in meinem Namen‘ aus“, erklärte Sacharowa.

    Die jüngsten Entwicklungen in der Causa Skripal erhärten ihr zufolge den Verdacht, dass hier eine russische Bürgerin isoliert werde.

    „Wir haben alle Gründe zur Annahme, dass es hier entweder um einen absichtlichen Zwangsaufenthalt russischer Bürger oder um ihre mögliche erzwungene Beteiligung an einer Inszenierung geht. Die Fragen vermehren sich, die Antworten fehlen“, betonte Sacharowa.

    Am 4. März waren in der britischen Stadt Salisbury der früher wegen Spionage für Großbritannien verurteilte ehemalige GRU-Mitarbeiter Sergej Skripal und seine Tochter Julia vergiftet worden, was eine große internationale Affäre ausgelöst hatte. London behauptet, in den Giftanschlag mit dem Stoff A-234 sei der russische Staat verwickelt. Moskau wies die Vorwürfe vehement zurück.

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    Tags:
    Nervengift, Verschwörung, Verwandte, Erklärung, Kontakt, Vergiftung, GRU, Scotland Yard, Außenministerium Russlands, Viktoria Skripal, Julia Skripal, Sergej Skripal, Maria Sacharowa, Salisbury, London, Großbritannien, Moskau, Russland