01:19 10 Dezember 2018
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    Bombenanschlag in der Stadt Duma (Archivbild)

    Wer setzte „Giftgas“ ein? Pentagon-Chef sorgt für Verwirrung

    © AFP 2018 / Hasan Mohamed
    Politik
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    Nach dem angedrohten US-Militärschlag gegen Syrien hat der amerikanische Verteidigungsminister James Mattis am Donnerstag zwei Erklärungen gemacht, die offenbar in Widerspruch zueinander stehen.

    Einerseits sagte er, dass Washington sich in Syrien nicht in den Bürgerkrieg einmischen, sondern lediglich die Terrormiliz Daesh (auch Islamischer Staat, IS)* besiegen wolle. Andererseits behauptete er, dass die USA vorbeugend zuschlagen könnten, um sich vor einer C-Waffen-Attacke zu schützen.

    „Die vorherige und die heutige Administration haben deutlich gemacht, dass unser Ziel in Syrien darin besteht, den IS zu besiegen, wir werden uns nicht in den Bürgerkrieg einmischen“, sagte der Pentagon-Chef bei einer Anhörung im Streitkräfte-Ausschuss des Repräsentantenhauses am Donnerstag.

    Kurz danach betonte er, dass der US-Präsident Donald Trump durchaus das Recht habe, Syrien anzugreifen, um die dort stationierten US-Streitkräfte vor einem Einsatz von C-Waffen zu schützen.

    „Wir haben Einheiten in Syrien vor Ort… Auch hier handelt es sich um die Verteidigung unserer Streitkräfte. Ich denke nicht, dass wir den Einsatz von Chemiewaffen gegen uns abwarten müssen“, unterstrich der Verteidigungsminister.

    Aus Mattis‘ beiden Erklärungen lässt sich wohl schließen, dass er einen C-Waffen-Angriff von Seiten des IS fürchtet, nicht von Seiten der syrischen Regierungsarmee..

    Dies steht wiederum in Widerspruch zur gestrigen Erklärung von US-Präsident Donald Trump, der den angeblichen Giftgasangriff in Duma bei Damaskus dem syrischen Staatschef Baschar al-Assad in die Schuhe geschoben und diesen sogar als „Tier“ beschimpft hatte.

    Als Vergeltung für den angeblichen Giftgasanschlag drohte Trump am Mittwoch mit einem Raketenangriff gegen Syrien.

    Der russische Botschafter im Libanon, Alexander Sassypkin, erklärte indes, Russland behalte sich das Recht vor, alle Raketen „im Falle einer US-Aggression“ zu vernichten. Im Außenministerium in Moskau betonte man, dass die Gefahr einer direkten militärischen Konfrontation zwischen den USA und Russland momentan höher als vor dem Vorfall in der syrischen Stadt Duma sei.

    In der vergangenen Woche waren in den Medien Berichte über einen Giftgasangriffin der syrischen Stadt Duma kursiert, für den der Westen umgehend Damaskus verantwortlich machte. Die syrischen Behörden und Moskau wiesen die Vorwürfe entschieden zurück.

    Außerdem herrschen große Zweifel, dass es eine Giftgas-Attacke überhaupt gegeben hat: Russische ABC-Abwehrexperten untersuchten die Gegend und konnten keinerlei Spuren von Kampfstoffen nachweisen.

    Der russische Generalstab hatte bereits am 13. März gewarnt, dass Militante bei Damaskus die Inszenierung eines Chemiewaffen-Einsatzes vorbereiten würden, um den USA einen formellen Anlass für einen Angriff auf Assad zu liefern.

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    Tags:
    Angriff, Verteidigung, Chemiewaffen, James Mattis, Donald Trump, Syrien, USA