04:54 25 April 2018
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    Ein Reiter (Symbolbild)

    Russischer Politiker: Kubakrise und „Reiter der Apokalypse“ im US-Streit zu Syrien

    © REUTERS / Paul Hanna
    Politik
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    Der Chef des Ausschusses für Informationspolitik im russischen Föderationsrat (Parlamentsoberhaus), Alexej Puschkow, hat sich zu aktuellen Wortgefechten zu Syrien im Weißen Haus geäußert.

    „Die Wortgefechte in der Administration von Trump: Mattis (US-Verteidigungsminister – Anm. d. Red.) und Dunford (Generalstabschef der US-Streitkräfte) befürchten eine Eskalation im Fall eines massiven Raketenangriffs gegen Syrien, während,der apokalyptische Reiter‘ Bolton (Nationaler Sicherheitsberater) auf rücksichtlosem Vorgehen besteht. Trump hat sich bisher nicht entschieden. Das erinnert an Debatten im Weißen Haus in den Tagen der Kubakrise“, twitterte Puschkow.

    ​In einer Klausurtagung des Weißen Hauses am vergangenen Donnerstag hatte der US-Verteidigungsminister James Mattis nach Informationen der NYT die Befürchtung geäußert, dass ein US-Schlag gegen Syrien zum schweren Konflikt mit Russland und Iran führen könnte.

    Mattis soll im Gespräch versucht haben, Trump davon zu überzeugen, dass er auf „stärkere Beweise“ von Assads Schuld am „chemischen Angriff“ in der Stadt Duma warten muss.

    Zuvor hatte Mattis erklärt, die Gefahr eines möglichen C-Waffen-Einsatzes gegen US-Militärs in Syrien sei für eine Beschlussfassung über den Schlag ausreichend. Ursprünglich hatten die Vereinigten Staaten den potenziellen Angriff mit dem „Schutz syrischer Bürger“ gerechtfertigt. Der Pentagon-Chef hatte auch erläutert, dass Washington noch auf die Beweise des C-Waffen-Einsatzes in Duma von den OPCW-Experten warte, obwohl sicher sei, dass dieser Angriff stattgefunden habe.

    US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch gedroht, in allernächster Zeit Syrien mit „intelligenten“ Raketen angreifen zu wollen. „Mach dich gefasst Russland“, schrieb er auf Twitter. Aus Moskau hieß es, Russland behalte sich das Recht vor, die US-Raketen abzuschießen.

    Nach russischen Angaben hat es keinen Giftgasangriff gegeben. Die Information über die angebliche Attacke tauchte vor dem Hintergrund der Erfolge der syrischen Armee in der Rebellenenklave Ost-Ghuta bei Damaskus auf. Mit der Flucht der Militanten aus dieser Region schwindet die Hoffnung der USA, dass Präsident Assad gestürzt wird.

    US-Präsident Donald Trump beim treffen mit Kabinett (Archiv)
    © AP Photo / Evan Vucci
    Der russische Generalstab hatte bereits am 13. März gewarnt, dass Militante in Ost-Ghuta die Inszenierung eines Chemiewaffen-Einsatzes vorbereiten würden, um den USA einen formellen Anlass für den Angriff auf Assad zu liefern. Experten warnen unterdessen vor einem militärischen Konflikt zwischen den Atommächten USA und Russland.

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    Tags:
    Streit, Weißes Haus, James Mattis, John Bolton, Joseph Dunford, Donald Trump, Alexej Puschkow, Syrien, USA, Russland