01:02 27 April 2018
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    Alexander Jakowenko, Russlands Botschafter in London

    Briten überraschen russischen Botschafter

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    Politik
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    Der russische Botschafter in Großbritannien, Alexander Jakowenko, hat sich von den Behauptungen, die russischen Geheimdienste hätten die Skripals angeblich verfolgt, überrascht gezeigt. Laut dem Diplomaten hätte London in diesem Fall früher reagieren müssen.

    Am Freitag ist ein Brief des britischen Beraters für nationale Sicherheit, Mark Sedwill, an den Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg veröffentlicht worden, in dem es hieß, dass der russische Geheimdienst angeblich seit 2013 Interesse an den Skripals gezeigt habe. GRU-Mitarbeiter sollen nach Angaben der britischen Behörden in dieser Zeit auch versucht haben, Zugang zu den E-Mails von Julia Skripal zu bekommen.

    „Ich bin sehr überrascht. Sie können übrigens Informationen über die Skripals in diesem Dokument lesen. Er (Sergej Skripal – Anm.d. Red.) wurde in Moskau freigelassen und kam danach nach Großbritannien. Wo sollen die Beweise dafür herkommen, dass Russland ihn bespitzelte? Warum haben wir bisher keine Beschwerden von den britischen Kollegen gehört? Wir haben keine Zeichen von den britischen Behörden gesehen, dass sie mit den Umständen und dem Leben von Skripal in Großbritannien nicht zufrieden wären und Bedenken hätten, dass er ausspioniert wird“, sagte Jakowenko am Freitag auf einer Pressekonferenz in London.

    Der ehemalige Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia sind laut der britischen Premierministerin Theresa May Anfang März mit dem Nervengift „Nowitschok“ (dt: „Neuling“) gezielt attackiert worden, einer angeblich ausgerecht in Russland entwickelten Substanz. Moskau bezeichnete die Anschuldigungen seinerseits als politische Kampagne und Provokation.

    Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) teilte am Donnerstag in einem Kurzbericht mit, dass sie die Erkenntnisse der britischen Regierung bestätige, nannte dabei aber weder den Namen noch die Herkunft der im Giftanschlag auf die Skripals eingesetzten Substanz. Der genaue Name des Stoffes soll nur in einem Geheimbericht der Chemiewaffenkontrollbehörde angegeben sein.

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    Tags:
    "Nowitschok", Beweise, Anschuldigungen, Vergiftung, Sergej Skripal, Alexander Jakowenko, Großbritannien