01:25 10 Dezember 2018
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    Britischer Tornado-Bomber vor dem Luftschlag in Syrien

    „Sinnlose Machtdemonstration“: Militärexperten bewerten Angriffe in Syrien

    © REUTERS / UK MOD Crown 2018/Handout
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    Mitglieder des russischen Rates für Außen- und Verteidigungspolitik haben die Luftschläge westlicher Staaten gegen Syrien als eine sinnlose Machtdemonstration eingeschätzt.

    „Er (Trump – Anm. d. Red.) hat versprochen, Macht zu demonstrieren, er hat sie demonstriert. Wir sehen, dass der Schlag sinnlos gewesen ist. Denn wir wissen, dass Syrien keine Chemiewaffen hat. Der Schlag erfolgte gegen Orte der Lagerung und Produktion von Chemiewaffen – d. h. einfach ins Nichts. Insgesamt meine ich, dass diese Situation nicht zu irgendeiner ernsthaften Eskalation führen wird, wie viele befürchtet hatten“, sagte der Politikwissenschaftler und Abgeordnete der Staatsduma (russisches Parlaments-Unterhaus) Wjatscheslaw Nikonow im russischen Fernsehen.

    „Nach allen vorhandenen Anzeichen zu urteilen, ist es ein symbolischer Schlag gewesen. Deutlich abgestimmt, um weder den russischen noch sogar den syrischen Kräften Schaden zuzufügen, es ist einfach ein ausgesprochenes Rowdytum, berufen zu zeigen, dass unsere sogenannten Partner keine ‚Papiertiger‘ sind. Aber damit beweisen sie noch einmal, dass sie gerade das sind. Obwohl dies eine gefährliche Sache ist“, so  Sergej Karaganow, Dekan der Fakultät für Weltwirtschaft und internationale Politik an der in Moskau ansässigen Higher School of Economics.

    Im Rat für Außen- und Verteidigungspolitik ist man ebenfalls überzeugt, dass der Zeitpunkt für die Luftschläge gegen Syrien nicht zufällig gewählt worden sei.

    „Diese Operation ist an zwei wichtige Wenden in der Entwicklung des gegenwärtigen Syrien-Sujets gebunden. Das sind die gestrigen nicht widerlegbaren Beweise dessen, dass der Film der Weißhelme eine Inszenierung war. Und das ist die heutige OPCW-Mission, die ihre Arbeit in Duma, in Ost-Ghuta aufnimmt und die möglicherweise diese Arbeit nicht aufnehmen wird — mit dem Verweis darauf, dass unter Kampfbedingungen keinerlei Ermittlungen geführt werden könnten. Absolut genau muss Russland in dieser Situation konsequent handeln, ruhig, ohne Emotionen, aber bestimmt, und das für uns wichtigste Ziel erreichen – die Rückkehr dieses Sujets in den Rahmen des internationalen Rechts unter Ägide des UN-Sicherheitsrates“, betonte Konstantin Kossatschow, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Föderationsrat (Parlaments-Oberhaus).

    Die USA, Großbritannien und Frankreich hatten am frühen Samstagmorgen Raketenschläge gegen syrische Regierungsobjekte geführt, die ihres Erachtens für die Produktion von Chemiewaffen genutzt werden. Von 2.42 Uhr bis 4.10 Uhr MESZ haben sie auf Syrien 103 Marschflugkörper und Luft-Boden-Raketen abgefeuert, von denen die syrischen Flugabwehrkräfte den größten Teil haben abfangen können. Die russischen Kräfte waren nicht mit einbezogen, haben aber alle Raketenstars verfolgt. Russlands Präsident Wladimir Putin bezeichnete diese Raketenschläge als Aggressionsakt gegen einen souveränen Staat, denn weder die russischen Militärexperten noch die syrischen Einwohner hatten die Tatsache einer Chemiewaffenattacke bestätigt, die der Vorwand für diesen Angriff geworden war.

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    Tags:
    Marschflugkörper, Flugabwehrrakete, Bewertung, Experten, Militär, Raketenangriff, Föderationsrat, Staatsduma, OPCW, Wladimir Putin, Donald Trump, Ost-Ghuta, Duma, Syrien, USA, Russland