19:42 19 April 2018
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    Folgen des US-Raketenschlags im Vorort von Damaskus

    AfD-Parlamentarier lobt Berlins Nichtteilnahme am Schlag gegen Syrien

    © REUTERS / Omar Sanadiki
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    Deutschland muss laut dem AfD-Bundestagsabgeordneten Anton Friesen eine unabhängige Außenpolitik in Syrien betreiben.

    Die Schwerpunkte dabei seien ein direktes Gespräch mit der syrischen Regierung und die Unterstützung des Formats der Syrien-Verhandlungen in Astana und Sotschi, erörterte Friesen gegenüber Sputnik in einem englischsprachigen Interview am Samstag.

    „Im Gegensatz dazu, wie es in Afghanistan war, folgt Deutschland in Syrien den USA nicht … Das ist zweifellos positiv. Aber diese Weigerung, den USA Folge zu leisten, bedeutet jedoch nicht, dass Deutschland über eine eigene Stellung verfügt, die auf seine Nationalinteressen gezielt wäre“, betonte Friesen. 

    Vom Standpunkt der AfD aus solle Deutschland Verhandlungen mit der rechtmäßigen syrischen Regierung führen sowie internationale Formate unterstützen. Die Lösung der Syrien-Frage sei nur mit diesen Maßnahmen zu finden, so Friesen.

    Der AfD-Abgeordnete begründete Deutschlands Verzicht auf die Angriffsbeteiligung mit dem schlechten Zustand von dessen Streitkräften sowie mit den Meinungsumfragen, die zeigen, dass die deutsche Öffentlichkeit gegen Angriffe in Syrien sei.

    Syriens Präsident Bashar Assad (Archiv)
    © AP Photo / Syrian Presidency Facebook page
    Zu Beginn des Tages haben die USA, Großbritannien und Frankreich Luftangriffe auf einige Ziele in Syrien als Vergeltung für den angeblichen C-Waffen-Einsatz in Duma (ein Vorort von Damaskus) geflogen. Laut Angaben des russischen Verteidigungsministeriums haben die drei Staaten über 100 Marschflugkörper und Luft-Boden-Raketen abgefeuert.

    Kanzlerin Angela Merkel hat den gemeinsamen Angriff der USA, Großbritanniens und Frankreichs als „erforderlich und angemessen“ begrüßt, weil er darauf gerichtet sei, „das syrische Regime vor weiteren Verstößen zu warnen“. Bundesaußenminister Heiko Maas hat mittlerweile unterstrichen, Berlin werde an den US-geführten Schlägen gegen Syrien nicht teilnehmen.

    Nachdem die Berichte über einen vermeintlichen chemischen Vorfall in Duma in einigen syrischen Oppositionsmedien mit Berufung auf Rebellen erschienen waren, beschuldigten Washington und seine Verbündeten hastig Damaskus. Die syrische Regierung wies die Vorwürfe zurück und betonte, es sei kein verlässlicher Nachweis vorgelegt worden. Deutschland hat allerdings seine Beteiligung an der Militäraktion ausgeschlossen. 

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    Tags:
    Nichteinmischung, Meinung, Syrien-Einsatz, Ziele in Syrien, Luftangriff, Interview, Astanagespräche, Syrien-Gespräche, Sputnik International, AfD, Bundestag, Heiko Maas, Angela Merkel, Duma, Damaskus, Sotschi, Astana, Großbritannien, Syrien, Afghanistan, Deutschland, USA, Frankreich, Washington
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