11:23 19 September 2018
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    Ermittlung des Skripal-Falls

    Skripal-Gift: Schweizer Labor verweigert Kommentar zu Lawrows Aussagen

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    Politik
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    Das Schweizer Zentrum für radiologische und chemisch-bakteriologische Analyse in Spiez, das Proben des im Fall Skripal verwendeten Giftes untersucht hat, hat sich geweigert, die jüngsten Aussagen des russischen Außenministers Sergej Lawrow bezüglich der Identifikation des Giftstoffes zu kommentieren.

    Nach dem Anschlag in Salisbury haben Schweizer Spezialisten nach Angaben des russischen Außenministers Sergej Lawrow den gegen den Ex-Spion Sergej Skripal und dessen Tochter Julia eingesetzten Giftstoff als BZ identifiziert. Diese Substanz sei nie in Russland hergestellt worden, sagte Lawrow am Samstag.

    „Nur die Organisation für das Verbot chemischer Waffen kann diese Aussage kommentieren. Aber wir können wiederholen, was bereits vor zehn Tagen gesagt wurde: Wir haben keine Zweifel daran, dass das Labor Porton Down die Substanz identifiziert hat. Genauso wie Spiez ist Porton Down ein Labor der OPCW. Die Verifikationsstandards sind so hoch, dass man sich auf die Ergebnisse verlassen kann“, wird im Twitter-Account des Labors mitgeteilt.

    Am 4. März 2018 wurden der 66-jährige Ex-Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia im britischen Salisbury bewusstlos aufgefunden. Von wem und unter welchen Umständen sie wirklich vergiftet wurden, ist unklar. Die britische Seite behauptet, dass in die Vergiftung der Skripals mit dem Stoff A-234 der russische Staat verwickelt sei. Russland weist diesen Vorwurf von sich und fordert eine unabhängige Aufklärung.

    Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) hatte am Donnerstag die Ergebnisse ihrer Untersuchung im Fall des vergifteten russischen Ex-Spions Sergej Skripal und dessen Tochter bekannt gegeben.

    Bei der eingesetzten Substanz habe es sich um ein Nervengift mit einem „hohen Reinheitsgrad“ gehandelt, heißt es in dem Bericht der Organisation. Es soll fast keine Beimischungen enthalten haben.

    Mehr zum Thema: Giftaffäre in Salisbury: OPCW gibt Ermittlungs-Ergebnis bekannt

    Die OPCW nannte keinen mutmaßlichen Urheber der Attacke und auch nicht die benutzte Substanz. Ebenfalls wird nicht präzisiert, um welche Untersuchungsergebnisse Großbritanniens es sich handelt.

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    Tags:
    Nervengas, Ermittlungen, Vergiftung, OPCW, Julia Skripal, Sergej Skripal, Sergej Lawrow, Salisbury, Großbritannien