12:49 20 Juli 2018
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    Nordkoreanische Raketentests

    CNN: Nach Angriff auf Syrien wird Nordkorea umso mehr am Atomprogramm festhalten

    © AFP 2018 / KIM Won-Jin
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    Laut dem US-amerikanischen Fernsehsender CNN hat Donald Trump durch den Luftschlag gegen Syrien die bevorstehen Verhandlungen mit Nordkorea für die amerikanische Seite erschwert.

    Wie CNN berichtet, haben die USA, die sich auf den Versuch vorbereiten, den nordkoreanischen Staatschef zu überzeugen, auf die Atomwaffen zu verzichten, wahrscheinlich Nordkorea ein starkes Gegenargument für die bevorstehenden Verhandlungen im Mai oder Juni gegeben.

    Dem Fernsehsender zufolge kann der von Trump genehmigte Luftschlag gegen Syrien, der als eine Antwort auf die angebliche Giftgasattacke im Südwesten des Landes versetzt worden ist, sein Treffen mit Kim Jong-un erheblich erschweren.

    Der Vizepräsident des US-Informationsdienstes Stratfor, Rodger Baker, sagte gegenüber CNN, genau diese Handlungen seitens der USA würden Pjöngjang dazu zwingen, sein Atomwaffenprogramm weiter auszubauen. „Das ist im Großen und Ganzen der Grund, warum Nordkorea nach dem Besitz der Nuklearwaffen so strebt. Es wird angenommen, dass (der Besitz von Atomwaffen) die Wahrscheinlichkeit solcher Strafschläge verringert“, sagte Baker.   

    Die nordkoreanische Regierung betrachte die Atomwaffen als einen existenziell wichtigen Mechanismus für die Eindämmung jeglicher Versuche eines Regimewechsels unter Leitung von Washington oder durch dessen Anstiftung, so der Fernsehsender.  

    CNN verwies darauf, dass der damalige libysche Präsident Muammar Gaddafi im Ergebnis monatelanger Verhandlungen darauf eingegangen war, auf die Entwicklung von ABC-Waffen (Atomar, Biologisch und Chemisch – Anm. d. Red.) zu verzichten. Der damals amtierende US-Präsident George W. Bush habe den Beitritt Libyens zur internationalen Gemeinschaft mit Freude begrüßt und der britische Ministerpräsident Tony Blair habe am nächsten Jahr, als Gaddafi zum Partner des Westens im sich damals entwickelnden „Krieg gegen den Terrorismus“ geworden war, die libysche Hauptstadt Tripolis besucht. Nichtsdestoweniger hätten sich London und Washington zum März 2011 von Gaddafi zurückgezogen und die Nato habe die Anti-Gaddafi-Rebellen unterstützt. Nur einige Monate später sei Gaddafi vernichtet gewesen: er sei verhaftet, lange geschlagen und gefoltert und schließlich mit einem Kopfschuss getötet worden, berichtete CNN.          

    Der US-amerikanische Politologe Mike Chinoy hatte im einem Interview mit CNN noch im Februar erklärt, die Lehre für alle zukünftigen Verhandlungen mit Nordkorea bestehe darin, man könne nicht auf die Erfüllung jeglicher Versprechen durch die Amerikanern rechnen. „Also egal, werden wir je mehr, desto besser, Atomsprengköpfe einsatzbereit machen und sagen: Na, versucht jetzt uns anzugreifen, wir können aber einen Atomschlag gegen Los Angeles versetzen“, hatte der Politologe mit Ironie gesagt.  

    Nach Ansicht der Expertenkreise hat Pjöngjang auch ohne Atomwaffen die Hebel für eine Eindämmung, die Libyen und Syrien nicht gehabt haben, darunter auch enorme Streitkräfte und eine mächtige Artillerie, die die südkoreanische Hauptstadt Seoul im Visier hat.

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    Artillerie, Streitkräfte, Atomsprengköpfe, Versprechen, Interview, Terrorismus, Krieg, Leitung, Regimewechsel, Eindämmung, Regierung, Nuklearwaffen, Giftgasattacke, Versuch, Verhandlungen, Luftschlag, Atomprogramm, Angriff, NATO, Stratfor, CNN, Tony Blair, George H. W. Bush, Muammar al-Gaddafi, Kim Jong-un, Donald Trump, Seoul, Pjöngjang, Los Angeles, London, Tripolis, Libyen, Washington, USA, Nordkorea, Syrien
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