14:08 11 Dezember 2018
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    Raketenangriff auf Damaskus

    Analyse des US-Raketenangriffs auf Syrien – Russland gewinnt ohne einzigen Schuss

    © AP Photo / Hassan Ammar
    Politik
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    Der Politik-Experte und Journalist Wiktor Marachowskij hat in einem Artikel für die Nachrichtenagentur RIA Novosti die Folgen des jüngsten westlichen Angriffs auf Syrien analysiert. Unter anderem unterstreicht er, dass die Reaktion der westlichen Medien auf den Angriff nicht mit der Stellungnahme der westlichen Spitzenpolitiker übereingestimmt hat.

    In der Welt der realen Fakten seien die Zahlen festgelegt: 103 Raketen seien abgefeuert worden, schreibt der Journalist.

    US-Präsident Donald Trump, der versprochen habe, dass diese Raketen „neu und klug“ sein sollten, habe nochmals alle überspielt: hauptsächlich seien alte Tomahawks eingesetzt worden. Im Anflug auf alle strategisch wichtigen Objekte seien sie von auch alten syrischen Flugabwehrsystemen abgeschossen worden, die in der Sowjetunion gerade für Einsätze gegen Tomahawks entwickelt worden wären.

    Die Briten hätten acht SCALP-Raketen abgefeuert, die Franzosen – acht SCALP-Raketen von Kampfjets und drei von Schiffen. Laut den russischen Luftstreitkräften gab es aber keine französischen Kampfjets Rafale am Himmel über Syrien.

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    Was den Schaden angeht, kann laut dem Journalisten folgendes festgestellt werden:

    • Keine Zivilisten seien ums Leben gekommen
    • Kein Soldat der syrischen Armee sei getötet worden
    • Kein Flugzeug oder Hubschrauber der syrischen Armee sei zerstört worden
    • Es habe kein zufälliges Eindringen in die Verantwortungszone der russischen Flugabwehrsysteme gegeben
    • Kein Flugplatz der syrische Streitkräfte sei betroffen worden
    • 71 der 103 Raketen seien verloren worden

    Die tatsächliche Wirkung der Aktion sei noch geringer gewesen, als die Wirkung des Angriffs auf den Militärflugplatz al-Schairat vor einem Jahr, betont Marachowskij.

    Im Folgenden entwickelte sich die zentrale Schlacht vor allem im Medienraum, schreibt der Journalist. Die Schlacht habe um die Frage begonnen, wie man das Geschehene verstehen solle.

    Donald Trump, Emmanuel Macron und Theresa May würden darauf bestehen, dass es ein muskulöser und abgewogener Vergeltungsschlag gewesen wäre, dass die Ziele erreicht seien und sich die Möglichkeiten für den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad, Chemiewaffen zu herstellen, verringert hätten.

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    Die Medien der westlichen Länder seien aber davon nicht überzeugt, dass der Angriff schwer und vernichtend gewesen sei, unterstreicht Marachowskij. Die Onlinezeitung „The Huffington Post“ stellt zum Beispiel Folgendes fest:

    • Trumps Ziel war, „Assads Handlungen“ zu verhindern – dieses wurde nicht erreicht.
    • Alle strategisch bedeutsamen Ziele seien unter dem russischen „Abwehrschirm“ geblieben – Trump habe es nicht gewagt, diesen anzugreifen.
    • Assad werde „die Offensive nicht stoppen“, und man habe Russland „nicht herausgefordert“.

    Die Agentur Reuters zieht im Kommentar „Die reale Gefahr in Syrien ist Russland“ folgende Schlussfolgerungen:

    • Assad „hat im sechsjährigen Krieg fast gewonnen“ und wolle nicht aufhören;
    • Moskau habe im Voraus gewarnt, dass im Fall einer Bedrohung des Lebens russischer Soldaten nicht nur Raketen, sondern auch deren Träger abgeschossen würden. Damit habe es diese Aktion in etwas Zielloses verwandelt. Laut der Agentur sind weder die USA noch Russland an einem echten Kampf miteinander in Syrien interessiert.
    • Russland zeige, wie man maximale Ziele mit relativ wenigen Kräften erreichen könne.

    Das heißt, Moskau habe, ohne eine einzige Salve aus seinen S-400 und Panzirs abgefeuert zu haben, effektiv Rahmen geschaffen, in denen der Westen Russland bildlich nicht erhört habe, schließt Marachowskij.

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    Tags:
    Medien, Flugzeug, Hubschrauber, Zivilisten, strategische Objekte, Raketen, Flugabwehrsystem, Schaden, Raketenangriff, Angriff, Analyse, Tomahawk-Rakete, syrische Armee, Theresa May, Emmanuel Macron, Donald Trump, Großbritannien, Frankreich, Syrien, USA, Russland