22:32 25 September 2018
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    Proteste gegen US-Raketenschlag in Syrien am 14. April, Palästina

    „Ich glaube nicht an diplomatische Lösungen“ – Experte

    © REUTERS / Abed Omar Qusini
    Politik
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    Ilona Pfeffer
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    Nach dem Raketenangriff durch die USA, Frankreich und Großbritannien drängen europäische Politiker auf eine diplomatische Lösung des Syrienkonfliktes. Als sinnlos bezeichnet diese Bemühungen des Westens hingegen der Islamwissenschaftler und Politologe Ralph Ghadban. Laut ihm spielen die westlichen Länder in diesem Konflikt keine Rolle.

    Der Angriff der USA, Frankreichs und Großbritanniens, bei dem 105 Marschflugkörper auf Ziele in Syrien abgefeuert worden sind, wurde von den Westmächten als Vergeltung für den mutmaßlichen Giftgaseinsatz der syrischen Regierung in Duma durchgeführt. Russland hatte den Angriff als völkerrechtswidrig kritisiert.

    Nach Einschätzung des Islamwissenschaftlers und Politologen Dr. Ralph Ghadban hatten die Luftschläge aber vor allem symbolische Bedeutung:

    „Die militärische Bedeutung des Angriffs war sekundär. Es war eine Demonstration, um zu zeigen, dass sie im Notfall intervenieren werden. Ein Warnsignal an Russland vor allem. Ich glaube, die Botschaft ist rübergekommen.“

    In einer gemeinsamen Erklärung haben sich die 28 EU-Staaten hinter den Luftangriff von US-Amerikanern, Franzosen und Briten gestellt. Auch die Bundesregierung sprach in einer Erklärung von einem „angemessenen und erforderlichen“ Vorgehen. Nun wollen Deutschland und Frankreich den Friedensprozess in Syrien auf diplomatischem Wege anstoßen und sehen sich in einer Vermittlerrolle.

    Ralph Ghadban ist hingegen wenig optimistisch, was die Erfolgsaussichten der diplomatischen Bemühungen angeht:

    „Ich glaube nicht an diplomatische Lösungen. Eine Diplomatie, die nicht auf dem Boden von einer militärischen Präsenz unterstützt wird, ist sinnlos. Entscheidend sind diejenigen, die dort präsent sind: der Iran, Russland und die Türkei. Innerhalb dieser Konstellation muss man eine Lösung suchen mit den USA.“

    Auch Bundesaußenminister Heiko Maas hat bei dem EU-Treffen in Luxemburg Russlands Rolle unterstrichen: „Ob es einem gefällt oder nicht: Ohne Russland wird man diesen Konflikt nicht lösen können.“

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    Tags:
    Raketenschlag, Erklärungen, Diplomatie, Luftangriff, EU, Großbritannien, Syrien, Deutschland, USA, Frankreich