09:35 25 September 2018
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    Staatschefs der G7-Länder während Gipfels auf Sizilien (Archivbild)

    Fall Skripal: Außenpolitiker über G7-Aufruf zu „dringenden Antworten“ von Moskau

    © AFP 2018 / Mandel Ngan
    Politik
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    Die G7-Länder haben Russland dazu aufgerufen, „dringend auf Fragen“ zum Fall Skripal zu antworten, wie es in einem vom kanadischen Außenministerium verbreiteten Statement heißt. Der Leiter des Auswärtigen Ausschusses im Föderationsrat (russisches Parlamentsoberhaus), Konstantin Kossatschjow, nahm bereits dazu Stellung.

    Die G7-Staaten unterstützten demnach die Einstellung Großbritanniens zur Verwicklung Russlands in den Vorfall in Salisbury:

    „Wir verurteilen die andauernden Verzichte Russlands auf die legitimen Anfragen der britischen Regierung, was nochmals die Verantwortung (der russischen Seite) unterstreicht“, heißt es in der offiziellen Mitteilung.

    „Wir rufen Russland dazu auf, dringend auf alle Fragen in Bezug auf den Vorfall in Salisbury zu antworten.“

    Die diplomatischen Behörden der G7-Länder appellierten dabei an Moskau, dringend „das bislang nicht verkündete Nowitschok-Programm“  gegenüber den OPCW-Experten zu enthüllen.

    „Diese Aktion ist nicht mehr als eine banale Demonstration der Solidarität unter Bedingungen der vor den Augen zerfallenden Konstruktion der sogenannten,Beweiseʻ seitens Großbritanniens“, kommentierte der russische Außenpolitiker Konstatin Kossatschjow.

    Alle Antworten, die Großbritannien angeblich bislang nicht bekommen haben soll, wurden ihm zufolge gründlich von der russischen Seite erläutert und seien sowohl für die Chefs der G7-Länder als auch für die OPCW zugänglich.

    Im Allgemeinen sehen diese ihm zufolge so aus: Russland habe und hat nie das Programm „Nowitschok“ gehabt; Russland habe die Vorräte von Chemiewaffen vollständig vernichtet und dieser Prozess sei von der OPCW zertifiziert worden; Russland kontrolliere vollständig die Arsenale von Massenvernichtungswaffen auf seinem Territorium entsprechend internationalen Verpflichtungen. „Russland hat nichts mit dem,Fall Skripalʻ zu tun. Und weiter im Kreis, beginnend mit dem ersten Punkt“, sagte der Politiker.

    Am 4. März 2018 wurden der 66-jährige Ex-Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia im britischen Salisbury bewusstlos aufgefunden. Von wem und unter welchen Umständen sie wirklich vergiftet wurden, ist unklar. Die britische Seite behauptet, dass in die Vergiftung der Skripals mit dem Stoff A-234 (in Großbritannien als „Nowitschok“ bekannt) der russische Staat verwickelt sei. Russland weist diesen Vorwurf von sich und fordert eine unabhängige Aufklärung.

    Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) hatte am Donnerstag die Ergebnisse ihrer Untersuchung im Fall des vergifteten russischen Ex-Spions Sergej Skripal und dessen Tochter bekannt gegeben.

    Bei der eingesetzten Substanz habe es sich um ein Nervengift mit einem „hohen Reinheitsgrad“ gehandelt, heißt es in dem Bericht der Organisation. Es soll fast keine Beimischungen enthalten haben.

    Die OPCW nannte keinen mutmaßlichen Urheber der Attacke und auch nicht die benutzte Substanz. Ebenfalls wird nicht präzisiert, um welche Untersuchungsergebnisse Großbritanniens es sich handelt.

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    Forderung, Erklärung, Doppelagent, Vergiftung, "Nowitschok", OPCW, G7, Konstantin Kossatschjow, Sergej Skripal, Frankreich, Italien, Deutschland, Japan, Kanada, USA, Großbritannien