15:15 21 Oktober 2018
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    Deutschlands Leopard-II-Panzer im Rahmen der Aufrüstungsinitiative der NATO - Enhanced Forward Presence (eFP) (deutsch etwa: Verstärkte Vornepräsenz), Litauen (Archiv)

    Sonneborn: „Leopard-II-Panzer auf Syrien abwerfen?“ – VIDEO

    © AP Photo / Mindaugas Kulbis
    Politik
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    Bolle Selke
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    „Es ist verboten, Marschflugkörper in fremde Länder zu schießen“, erklärte Martin Sonneborn im EU-Parlament. Der Europaabgeordnete von der PARTEI kritisierte die Raketenangriffe auf Syrien und besonders den französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

    Bei der jüngsten Sitzung im EU-Parlament sorgte Martin Sonneborn wieder einmal für Aufsehen. „Unserem alten Kollegen Lambsdorff, der sich echauffiert, wie Deutschland seine Teilnahme an diesem Unsinn abgesagt hat, möchte ich entgegnen: ‚Lieber Graf, wenn Sie unbedingt in den Krieg ziehen wollen, niemand hindert Sie‘. Fallschirmspringen hat ja eine gewisse Tradition in der FDP“, regte der Bundesvorsitzende der Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Die PARTEI) an.

    Der Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff hatte die Absage von Bundeskanzlerin Angela Merkel an eine deutsche Beteiligung an einer Militäroperation in Syrien kritisiert. „Ich finde es bedauerlich, dass die Bundeskanzlerin in ihrer Äußerung sofort jede Unterstützung an dieser Stelle ausgeschlossen hat“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP im Bundestag. „Sollten unsere Partner Unterstützung brauchen und eventuell anfordern, dann sollte das zumindest nicht von vornherein ausgeschlossen sein.“

    Der ehemalige Bildungs- und Wirtschaftsminister Jürgen Möllemann (FDP) war 2003 bei einem Fallschirmsprung gestorben. Es wird vermutet, dass es sich um einen Selbstmord handelte.

    Die Bundeswehr könne man Alexander Graf Lambsdorff allerdings nicht mitschicken – die sei kaputt und könnte höchstens defektes Militärgerät auf den Palast des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad abwerfen, fuhr Sonneborn fort: „So ein Leopard II aus 8000 Metern Höhe knallt da ganz schön rein.“ Ähnlich wie die deutschen Nato-Panzer in Afrin. Denn auch der „Irre vom Bosporus“ – wie der Satiriker den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan meist nennt  –  bleibt vor dem europäischen Parlament nicht unerwähnt, ebenso wie der „brutale Angriffskrieg, den er derzeit führt“.

    Seine einminütige Rede – mehr Redezeit gibt es nicht für die Abgeordneten – beendet Sonneborn mit deutlicher Kritik am französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der gerade das EU-Parlament besuchte, um für EU-Reformen zu werben. Die zentrale Botschaft hätte aber genauso gut in Richtung Großbritannien, die USA oder den Westen allgemein gehen können:

    „Ein Wort noch an Präsident Macron: Sie sollten wissen, dass das maßgebliche Erbe ihrer Kultur die Aufklärung ist. Zuerst wird aufgeklärt, dann geschossen – nicht umgekehrt. Wie wollen Sie sich vor Voltaire und Diderot rechtfertigen?“

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    Tags:
    Waffenlieferungen, Reformen, Kritik, NATO, EU-Parlament, FDP, Recep Tayyip Erdogan, Angela Merkel, Emmanuel Macron, Frankreich, Großbritannien, USA, Syrien, Deutschland