19:22 12 November 2018
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    Migranten an der türkisch-syrischen Grenze

    Westen will Keil zwischen Russland, Türkei und Iran treiben – türkischer Experte

    © AFP 2018 / Bulent Kilic
    Politik
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    Der türkische Politologe Hasan Ünal hat in einem Interview mit Sputnik die Gründe des westlichen Angriffs auf Syrien kommentiert und die Position der Türkei diesbezüglich erklärt.

    „Die effektive Zusammenarbeit und die Erörterung der für die Lage in Syrien und für die Region lebenswichtigen Prozesse im Laufe der Verhandlungen zwischen der Türkei, Russland und dem Iran haben die westliche Länder – die USA, Frankreich und Großbritannien – sehr beunruhigt“, sagte der Experte.

    Deshalb hätten sie sich das Ziel gesetzt, das Format der Verhandlungen in Astana zu untergraben, indem sie der Türkei versprochen hätten, die Frage der Machtenthebung des syrischen Präsidenten Baschar Assad wieder zu behandeln, so Ünal.      

    Der Sturz des syrischen Präsidenten sei aber unter den heutigen Bedingungen eine bedenkliche Idee, weil das Land im Falle einer Schwächung der syrischen Zentralbehörden zusammenbrechen würde. Das würde alle türkischen Erfolge im Rahmen der Militäroperationen „Schutzschild Euphrat“ und „Olivenzweig“ auf ein Minimum reduzieren, weil das die Integration in das internationale System der von der Partei PYD (dt. Partei der Demokratischen Union) geschafften kurdischen Strukturen in der einen oder anderen Form ermöglichen würde, so der türkische Politologe.      

    Laut Ünal ist unter diesen Bedingungen die Verbesserung des Dialogs mit Damaskus der vorteilhafteste und effektivste Schritt für Ankara. Der Experte verwies auf die Notwendigkeit des Ausgleiches zwischen Russland und den USA, um die Verwandlung der Spannung in einen Krieg nicht zuzulassen. Das Bestreben, einen Krieg nicht zuzulassen, bedeute an sich schon einen Verzicht auf Versuche, Assad zu stürzen. Und das sei schon ein positives Signal.

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    Tags:
    Verzicht, Krieg, Dialog, Experte, Bedingungen, Sturz, Verhandlungen, Angriff, Schutzschild Euphrat, Militäroperation "Olivenzweig", Partei der Demokratischen Union (PYD), Sputnik, Baschar al-Assad, Astana, Damaskus, Syrien, Großbritannien, Frankreich, USA, Iran, Türkei, Russland