Widgets Magazine
21:57 21 Oktober 2019
SNA Radio
    Russische Luftstreitkräfte in Syrien (Archivbild)

    „Russland ist Schlüssel zu Veränderung der Lage in Syrien“: Deutscher Politologe

    © Sputnik / Dmitriy Vinogradov
    Politik
    Zum Kurzlink
    7945
    Abonnieren

    Der Berliner Politikwissenschaftler Herfried Münkler hat in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ das Verhalten der westlichen Länder in der Syrien-Krise kritisiert und für einen Dialog mit Russland plädiert.

    Laut Münkler hat der Konflikt in Syrien in den letzten Tagen eine zusätzliche Komponente bekommen, nämlich die Konfrontation zwischen Russland und den USA. Die europäischen Länder hätten bisher keine klare Linie im Syrienkrieg. Dabei würden militärische Interventionen keine Lösung für solch einen komplizierten Konflikt bringen, sagte der Politologe

    Den jüngsten Luftangriff der westlichen Länder auf Syrien bezeichnete Münkler als eine „pädagogische Maßnahme gegenüber Assad“. Die Attacke habe keine strategische Dimension gehabt und ähnele dem Verhalten aus der Fassung geratener Eltern, die ihre Kinder verprügeln würden. Dabei bleibe es fraglich, ob sie dadurch bessere oder klügere Menschen würden, fügte der Politikwissenschaftler hinzu.    

    Münkler rief die Europäer dazu auf, mit Russland in den Dialog zu treten und im syrischen Konflikt unabhängig von den anderen Kriegsparteien zu agieren. Je früher man die Konflikte eindämme und die ihnen zu Grunde liegenden Probleme löse, desto besser, so der deutsche Politologe.

    Dass Russland sich an dem Konflikt in Syrien auch beteilige, sei in mancher Hinsicht auch von Vorteil, sagte Münkler, weil Russland den syrischen Präsidenten Assad vielmehr beeinflussen könne als der Westen, der den syrischen Präsidenten nur mit Sanktionen und Marschflugkörper zur Räson zu bringen versuche. Russland sei ein Akteur mit Interessen, und man könne mit den „ziemlich kalten Köpfen Lawrow und Putin“ einfach nur über Interessen und nicht über Werte sprechen, äußerte Münkler.   

    Der Politikwissenschaftler trat dafür ein, mit Russland ins Gespräch zu kommen, anstatt die Sanktionsdrohungen weiter zu benutzen, weil Russland auf absehbare Zeit der Schlüssel zur Veränderung der Lage in Syrien sei. Münkler zufolge wäre das eine Linie, die eine höhere Flexibilität und eine höhere strategische Reichweite hat.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Großbritannien und Frankreich: Militärmächte im Ruhestand
    Syrische Armee zeigt Flugabwehrsysteme Russlands – VIDEO
    Syrien: Kämpfen Islamisten aus Ost-Ghuta jetzt im Jemen weiter?
    Trump auf dem Durchmarsch: Wie aus Venezuela doch noch ein „zweites Syrien“ wird
    Tags:
    Gespräch, Interessen, Marschflugkörper, Sanktionen, Probleme, Politikwissenschaftler, Verhalten, Krieg, Dialog, Interview, Süddeutsche Zeitung, Wladimir Putin, Sergej Lawrow, Baschar al-Assad, USA, Westen, Deutschland, Syrien, Russland