07:15 20 November 2018
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    OPCW-Hauptquartier in den Haag (Archivbild)

    Giftstoff aus Fall Skripal in USA patentiert – russischer OPCW-Botschafter

    © AP Photo / Peter Dejong
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    Laut Russlands Vertreter bei der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), Alexander Schulgin, ist der Giftstoff aus dem Fall Skripal in den USA hergestellt und als chemische Waffe patentiert worden.

    In einer Sitzung des Exekutivrates der Organisation legte der ständige Vertreter Russlands ein Dokument des United States Patent and Trademark Office (dt. Patent- und Markenamt der Vereinigten Staaten), datiert auf den 1. Dezember 2015 vor.

    Er wies auch darauf hin, dass das Amt sich früher an die russische Seite mit der Bitte gewendet hatte, „die Patentfähigkeit der Erfindung des US-amerikanischen wissenschaftlichen Mitarbeiters T. Rubin zu prüfen“. 

    In dem Dokument war die Rede von der Entwicklung einer speziellen Kugel mit einem Behälter für Giftstoffe. Der russische Vertreter erklärte, es sei geplant gewesen, die Munition mit Zweistoffkomponenten auszurüsten, die nach einem Schlag zusammenzuwirken beginnen würden.  

    „Mindestens eine der aktiven Substanzen, mit denen diese Kugel ausgerüstet werden kann, kann eines der nerve agents  (dt. Nervenmittel) sein, unter anderem Tabun,  Sarin, Soman, Cyclosarin, VG, VM, VR, VX und – Achtung! – die Nervenmittel, die zum Typ „Nowitschok“ gehören“, zitierte Schulgin das Dokument. 

    Der russische Vertreter unterstrich, diese Formulierung bedeute, die USA hätten die Giftstoffe vom Typ „Nowitschok“ entwickelt und patentiert. 

    „Und das war nicht vor langer Zeit, sondern vor einigen Jahren – das Patent stammt vom 1. Dezember 2015“, präzisierte Schulgin.  

    Er bemerkte, die Suche auf  der Webseite google.patents.com nach dem Schlüsselwort „Novichok“ ergebe mehr als 140 verschiedene Patente, die mit der Anwendung und mit dem Schutz vor der Wirkung des chemischen Kampfmittels „Nowitschok“ verbunden seien.    

    Am 4. März dieses Jahres wurden Sergej und Julia Skripal im britischen Salisbury bewusstlos aufgefunden. Von wem und unter welchen Umständen sie wirklich vergiftet wurden, ist unklar. Die britische Seite behauptet, dass in die Vergiftung der Skripals mit dem Stoff A-234 der russische Staat verwickelt sei. Russland weist diesen Vorwurf von sich und fordert eine unabhängige Untersuchung.

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    Tags:
    Giftstoff, chemische Waffen, Untersuchung, Dokument, Erfindung, Entwicklung, Schutz, Vergiftung, Munition, A-234 "Nowitschok", OPCW-Exekutivrat, OPCW, Julia Skripal, Sergej Skripal, Salisbury, Großbritannien, USA, Russland