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22:24 12 November 2019
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    Das Restraurant Zizzy, in dem Skripal und seine Tochter vergiftet wurden

    Russland ruft die Briten auf: „Verzichtet auf Zensur“

    © AP Photo / Steve Parsons
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    Die russische Botschaft in Großbritannien hat London aufgerufen, auf die Zensur von Medienberichten im Fall Skripal zu verzichten, welche nicht der offiziellen Position der britischen Regierung entsprechen.

    Die Botschaft rief die britische Regierung auf, alle Informationen zur Vergiftung des russischen Ex-Spions Sergej Skripal und seiner Tochter Julia unverzüglich zu teilen. Zudem fordert die Mission, dass London „die Zensur von Informationen in der britischen Presse in Bezug auf dieses Verbrechen aufhebt sowie den russischen und britischen Medien ermöglicht, diesen Fall frei zu beleuchten, ohne dabei Druck auf Journalisten auszuüben wie im Fall des TV-Senders RT.“

    Vergangene Woche hatte der Sender „Sky News“ ein Live-Interview mit dem Ex-Kommandeur der britischen Streitkräfte Jonathan Shaw kurzerhand unterbrochen, als dieser gerade sagte, dass die syrische Regierung gar kein Motiv für einen Giftgasangriff in der Stadt Duma gehabt hätte.

    Der Kreml hat von London wiederholt verlangt, Russland an der Ermittlung im Fall Skripal teilhaben zu lassen. Großbritannien hat die Bitte mehrmals abgelehnt. Die russischen Behörden beklagen außerdem, dass sie so gut wie keine Informationen über den Zustand von Julia Skripal, einer russischen Bürgerin, hätten.

    Am 5. März war bekannt geworden, dass der ehemalige Oberst des russischen Militärgeheimdienstes GRU Sergej Skripal und seine Tochter Julia in der britischen Stadt Salisbury vergiftet wurden. London behauptet, Skripal und seine Tochter seien mit dem Stoff A234 vergiftet worden, und wirft Moskau vor, in das Attentat verwickelt zu sein, weil der Giftstoff nach Angaben von Experten sowjetischer Herkunft gewesen sein soll. Russland weist die Vorwürfe entschieden zurück.

    Skripal war 2006 wegen Spionage für den britischen Auslandsgeheimdienst MI6 zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Er kam jedoch im Juni 2010 im Zuge eines Austausches inhaftierter Spione zwischen Russland und den USA auf freien Fuß. Kurz darauf wurde Skripal in Großbritannien Asyl gewährt.

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    Tags:
    Zensur, Medien, Vergiftung, Julia Skripal, Sergej Skripal, London, Moskau, Großbritannien, Russland