04:29 04 Juli 2020
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    Im Rahmen eines EU-Umsiedlungsprogramms wird Deutschland mehr als 10.000 Flüchtlinge aus Nordafrika aufnehmen. Es geht dabei um „besonders schutzbedürftige Menschen“. Dies hat inzwischen der Bundesinnenminister Horst Seehofer bestätigt.

    Seehofer sagte Medienberichten zufolge nach einem Treffen mit EU-Flüchtlingskommissar Dimitris Avramopoulos in Berlin, für dieses Jahr sei die Aufnahme von 4.600 und für nächstes Jahr von 5.600 Migranten zugesagt worden.

    „Die deutsche Regierung ist erneut zur Stelle, wenn es um internationale Solidarität geht“, zitiert die „Zeit“ den EU-Kommissar. Insgesamt will die EU-Kommission in diesem und im nächsten Jahr 50.000 Flüchtlinge in Europa ansiedeln.

    Seehofer bekräftigte zugleich die Notwendigkeit, die Grenzkontrollen zu Österreich um weitere sechs Monate zu verlängern. Außerdem würden diese Migranten in die im Koalitionsvertrag festgelegte Spanne von 180.000 bis 220.000 Flüchtlingen pro Jahr eingerechnet.

    Die Aufnahme der 10.000 Flüchtlinge erfolgt im Rahmen eines neuen EU-Umsiedlungsprogramms, das die EU-Kommission im vergangenen Sommer aufgelegt hatte. Ziel des „Resettlement“-Programmes der Europäischen Union ist es, besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen einen legalen, direkten und sicheren Weg nach Europa zu öffnen. Demnach sollen bis Herbst 2019 mindestens 50.000 Schutzbedürftige überwiegend aus Libyen und Äthiopien oder der Türkei und Jordanien in der EU angesiedelt werden.

     

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    Tags:
    Migranten, Aufnahme, Flüchtlinge, EU-Kommission, Nordafrika, Libyen, Syrien, Deutschland