19:50 23 Oktober 2018
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    Angela Merkel und Donald Trump (Archiv)

    Beziehungen Deutschland-USA: „Die Masken sind gefallen“ - Experte

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    Politik
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    Berlin will im Zusammenhang mit den US-Sanktionen gegen Russland und ihrem negativen Einfluss auf die deutsche Industrie „Besorgnis äußern“. Das erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert auf einer Pressekonferenz in Berlin.

    Zuvor hatte das Bundesministerium für Wirtschaft die Absicht bekannt gegeben, den möglichen negativen Einfluss des jüngsten US-Sanktionspakets gegen Russland auf deutsche Unternehmen zu analysieren. Seibert zufolge will Merkel in Washington die Position Deutschlands und der EU verdeutlichen. Die US-Zölle seien nicht berechtigt. Merkel trete für einen fairen und multilateralen Handel und gegen Protektionismus ein. Im Falle einer „Spirale“ von Handelsstreitigkeiten würden alle Seiten verlieren, sagte der Sprecher am Vortag.

    Alexander Kamkin vom Zentrum für Deutschland-Forschung am Europa-Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften wies gegenüber der Agentur Sputnik darauf hin, dass sich die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten spürbar verschlechtert hätten.

    „Gewisse Probleme in den Wirtschaftsbeziehungen waren bereits unter (Barack) Obama herangereift. Die USA führten unter anderem nicht tarifäre Handelseinschränkungen ein, aber der politische Trend als Ganzes schien unverändert zu bleiben. Unter Trump sind die Masken gefallen. Die Hoffnung, dass alles beim Alten bleibt, hat sich nicht bewahrheitet. Man kann sagen, dass Trump eine Abkühlung in den deutsch-amerikanischen Beziehungen personifiziert“, sagte Kamkin.

    Der Faktor Trump habe hierbei die entscheidende Rolle gespielt. „Noch vor der US-Präsidentenwahl 2016 setzte fast das gesamte deutsche politische Establishment auf den Sieg von Hillary Clinton, denn Trump passte ganz und gar nicht in den ultraliberalen globalistischen Kontext. Alle in Deutschland waren sich sicher, dass der Kurs auf das euroatlantische Bündnis fortgesetzt wird.“

    „Aber Trumps Machtantritt vermischte alle Karten und brachte die politische Elite Deutschlands in Verwirrung, weil absolut unklar war, in welche Richtung die US-Administration steuern wird. Dazu kommt der impulsive und brisante Charakter des amerikanischen Präsidenten (…). Diese Unberechenbarkeit und auch der Umstand, dass Trumps Überzeugungen nicht in den politischen euroatlantischen Kontext passen, machen die Kluft zwischen ihm und der deutschen politischen Klasse immer tiefer“, sagte der Experte.

     

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    Tags:
    Sanktionen, Besorgnis, Beziehungen, Alexander Kamkin, Steffen Seibert, USA, Deutschland