12:20 22 Oktober 2018
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    Russische Botschaft in London

    Neues im Skripal-Fall: Moskau fordert von London Erklärungen

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    Politik
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    Die russische Botschaft in London hat vom britischen Außenministerium gefordert, die Berichte, laut denen Informationen über Ermittlungen zum Skipal-Fall an Privatpersonen übergeben worden sei, zu bestätigen oder zu dementieren. Das geht aus der Mitteilung eines Botschaftssprechers hervor.

    „Wie wir aus BBC-Publikationen erfahren haben, hat der ehemalige sowjetische Wissenschaftler W(ladimir) Uglew, der sich als Urheber des so genannten Novichok präsentiert hatte, die Überzeugung geäußert, dass die Skripals mit dem Stoff A-234 (Novichok-7 – Anm. d. Red.) vergiftet worden seien. Er will ‚anhand der ihm vor kurzem zugeschickten Spektralangaben‘ zu diesem Schluss gelangt sein“, so der Sprecher.

    Ihm zufolge bedeutet die Äußerung des Wissenschaftlers faktisch, dass einer Privatperson Zugang zu den Informationen gewährt worden sei, welche die russische Seite seit mehreren Wochen nicht bekommen könne.

    „Wir haben vom Foreign Office gefordert, die Übergabe der Informationen zur Untersuchung des Skripal-Falls mit einer Note zu bestätigen oder zu dementieren sowie uns Zutritt zu den Dokumenten zu verschaffen, auf die sich die oben genannten Personen berufen“, so der Sprecher.

    Am 4. März dieses Jahres waren der 66-jährige Skripal und seine Tochter Julia im britischen Salisbury bewusstlos aufgefunden worden. Sie befanden sich mehrere Wochen lang im Koma und sind jetzt auf dem Weg der Besserung. Die britische Seite behauptet, dass der russische Staat in die Vergiftung der Skripals mit dem Nervengas A234, in Großbritannien als "Novichok" (Nowitschok) bekannt, verwickelt sei. Russland weist diesen Vorwurf von sich und fordert eine unabhängige Aufklärung.

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    Tags:
    Informationen, Zugang, russische Botschaft, Außenministerium, Julia Skripal, Sergej Skripal, Großbritannien, Russland