18:44 16 August 2018
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    Wagen mit OPCW-Spezialisten auf dem Weg nach Duma, Syrien

    OPCW in Duma – Westen wird Chemieattacke in jedem Fall Moskau in die Schuhe schieben

    © REUTERS / Ali Hashisho
    Politik
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    Der Westen ist der Ansicht, dass Russland Experten der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) an ihrer Arbeit im syrischen Duma absichtlich gehindert hat, schreibt die russische Zeitung "Nesawissimaja Gaseta".

    Diese Position wurde vom US-Botschafter bei der OPCW, Kenneth Ward, in einer Sitzung der Organisation bekräftigt, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden hatte. Er warf Russland Versuche vor, Spuren der jüngsten chemischen Attacke auf die Stadt Duma in Syrien zu verwischen.

    „Wir sind uns darüber im Klaren, dass die Russen den Ort der Attacke möglicherweise (berühmtberüchtigtes ‚highly likely‘ – Anm. d. Redaktion) bereits besucht haben. Wir sind darüber besorgt, dass sie die OPCW ausgetrickst haben sollen, um eine effektive Ermittlung zu verhindern“, wurde Ward von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert.

    Selbstverständlich hob der US-Botschafter hervor, dass die Teilnehmer der Sitzung die syrische Regierung wegen des „chemischen Terrors“ verurteilen und eine Rechenschaft von jenen verlangen, die für diese „abscheuliche Tat“ verantwortlich sind. Aber für die jüngste Raketenattacke auf Syrien machten die Teilnehmer der Sitzung niemanden verantwortlich, weil dies allem Anschein nach nicht in ihrem Kompetenzbereich liegt, schreibt das Blatt.

    Russlands Außenminister Sergej Lawrow erklärte seinerseits, dass Russland in Duma, wo westlichen Angaben zufolge am 7. April eine Chemieattacke durchgeführt wurde, nichts manipuliert hatte. „Ich garantiere, dass Russland am mutmaßlichen Tatort nichts angetastet hat“, sagte Lawrow in einem Interview des BBC-Senders. Aber wer wird denn ihm Glauben schenken, da die Russen alle Indizien „highly likely“ vernichtet haben sollen! Mehr noch: Aus westlicher Sicht hatten Russland und Syrien den OPCW-Experten den Zugang in die Stadt verwehrt. Indes erklärte der Chef des russischen Aussöhnungszentrums in Syrien, Generalmajor Juri Jewtuschenko, dass die russischen Militärs OPCW-Experten Transport und Schutz garantieren.

    Bislang hat niemand die einfache Frage gestellt, warum das Video, das Russland als eine Inszenierung in sozialen Netzwerken einstuft, im Grunde genommen zeitgleich mit der angeblichen Chemieattacke vom 7. April veröffentlicht und von den USA, Frankreich und Großbritannien als Vorwand für das Bombardement Syriens genutzt wurde? Was hat denn das OPCW-Personal in dieser Zeit getan? Warum waren Experten nicht sofort zum Tatort gereist? Warum haben sie nicht die Wahrheit feststellen wollen?

    In den letzten zwei Wochen vor der „Chemieattacke“ gab es in Duma keine Zusammenstöße. Sie begannen erst nach dem Raketenschlag gegen Syrien. Offenbar haben die Extremisten gespürt, dass der Westen sie nicht im Stich lassen und im Notfall nicht nur „chemische Objekte“, sondern auch die Armee von Präsident Baschar al-Assad, seine Residenz und sonstige Ziele bombardieren wird.

    Sieht es denn so aus, dass OPCW-Experten den Abschuss von Tomahawk-Raketen durch Trump, Macron und May ebenfalls abwarten wollten? Nach dem Schlag ist es jetzt im Grunde genommen unmöglich, Assad den Besitz von Kampfstoffen zur Last zu legen, weil alle Depots und ein Forschungszentrum dem Erdboden gleich gemacht wurden. Es ist ebenfalls unmöglich zu beweisen, dass Assad keine Chemiewaffen hatte. War das denn nicht das eigentliche Ziel der Attacke?

    Alles ist logisch: Wenn die OPCW Spuren einer Chemieattacke in Duma nachweist, sind Assad und Russland schuld. Wenn nicht, dann sind ebenfalls Assad und Russland schuld, weil sie es geschafft haben, alle Spuren zu verwischen, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta".

     

    Tags:
    Schuldzuweisungen, Westen, die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), Kenneth Ward, Syrien, Russland
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