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    Berlin: USA an Konflikt um Nord Stream 2 interessiert

    © Foto : Nord Stream AG
    Politik
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    Der Konflikt um das Projekt Nord Stream 2 ist laut Klaus Ernst, Chef des Ausschusses für Wirtschaft und Energie im Bundestag, von den USA absichtlich angeheizt, um die Konkurrenz aus dem Gasmarkt zu verdrängen.

    „Nord Stream 2 würde offensichtlich eine günstigere Alternative sein, als die vorhandenen Transportwege durch das ukrainische UKDS-System“, sagte Ernst auf einer internationalen Konferenz unter dem Motto „Aussichten für Wirtschaftskooperation Russland-EU. Gasfrage“.

    „Dieser Konflikt ist massiv beeinflusst durch das Interesse der USA, zum Teil gefracktes LNG-Gas in großer Masse in Europa abzusetzen.“ 

    Die amerikanische Haltung widerspreche grundsätzlich europäischen und deutschen Interessen, betonte der Politiker. Es sei bekannt, dass Flüssiggas umweltschädlich gefördert werde. Es gäbe bei weitem umweltfreundlicheres Erdgas wie zum Beispiel das aus Sibirien.

    „Auch die bisherige Position der EU-Kommission, Nord Stream 2 zu beenden oder zu verhindern, entspricht mehr dem amerikanischen als dem europäischen Interesse“, so Ernst weiter.

    Die USA hätten ihm zufolge schon immer versucht, den Bau von Pipelines aus Russland nach Europa zu behindern. Das sei seit den 1970er Jahren der Fall. „Generell sind vernünftige wirtschaftliche Beziehungen zwischen Deutschland und Russland für beide Länder von Vorteil“. 

    Nord Stream 2 ist das Projekt einer Gaspipeline, die aus Russland über den Meeresgrund der Ostsee direkt nach Deutschland führt. Das Projekt wird von der Nord Stream 2 AG umgesetzt. Der russische Gasgigant Gazprom verfügt über 51 Prozent der Aktienanteile dieser AG. Bis Ende 2019 ist die Inbetriebnahme der Pipeline geplant. Ihre Kapazität soll 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr erreichen.

     

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    Tags:
    Gasmarkt, Flüssiggas, LNG, Erdgas, Konflikt, Konkurrenz, Interesse, Nord Stream 2, Klaus Ernst, USA, Russland, Deutschland