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    US-Soldat auf Militärflugplatz Al Udeid, Katar

    Wer wird Syrien-Krieg bezahlen? Golfstaaten am Rande eines Streites

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    US-Präsident Donald Trump führt arabischen Politologen zufolge eine Erpressungspolitik gegenüber den Golfstaaten. Katar soll nun seine Streitkräfte nach Syrien schicken, wenn es die US-Unterstützung nicht verlieren will. Saudi-Arabien soll zahlen, wenn es eine weitere US-Präsenz in Syrien wünscht, wie Trump vor kurzem geäußert hat.

    „Seitdem Trump Präsident geworden ist, setzt er verschiede Länder unter Druck. Er versuchte nach diesem Modell die Beziehungen zu Südkorea zu gestalten, von dem er eine Milliarde US-Dollar für den Schutz forderte“, sagte der Politologe Ali al Heil aus Katar in einem Sputnik-Interview. 

    „Er erpresst regelmäßig die saudische Regierung und konnte bereits 460 Milliarden Dollar von dem Königreich erhalten“, so al Heil weiter. Der saudische Außenminister habe sein Land „an den Rand eines Abgrunds gebracht, als er die Schatzkammer des Königreichs für den amerikanischen Präsidenten öffnete“. 

    Ende März hatte der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman in Washington den Fortbestand der US-Präsenz in Syrien gefordert. Kurz darauf äußerte Trump, dass die Saudis „dafür vielleicht zahlen müssen“.  

    Wie der saudische Politologe Mubarak al Ati in einem Sputnik-Gespräch äußerte, hat Trump den katarischen Emir während dessen USA-Besuchs gewarnt, er werde die US-Soldaten aus dem Emirat abziehen lassen, wenn Katar die Terroristen weiter finanzieren sollte. 

    „Der Emir hat sich bereit erklärt, 100 Milliarden Dollar für die Entwicklung der Luftbasis Al Udeid bereitzustellen, wo US-Kräfte stationiert sind. Viele hielten das für eine Bestechung“, sagte al Ati. „Katars Sensibilität bezüglich der Präsenz der US-Truppen ist damit zu erklären, dass das Emirat sie für die Stärkung seines Einflusses in der Region braucht“. 

    Am 5. Juli 2017 hatten Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain den Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Katar verkündet und das Land der Unterstützung von Terrororganisationen beschuldigt. Später schickten sie Katar eine Liste mit Forderungen, deren Erfüllung zu einer Aufhebung der Blockade führen würde. In Doha wurden die Forderungen als unrealistisch eingestuft und zurückgewiesen. Daher ist Katar jetzt von seinen Nachbarstaaten isoliert. 

     

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    Tags:
    Erpressung, Bestechung, Geld, Krieg, Donald Trump, Golfstaaten, Katar, Saudi-Arabien, Syrien, USA
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