13:57 14 November 2018
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    Südkoreas Präsident Moon Jae-in (l.) und Nordkoreas Chef Kim Jong Un

    „Sehr positive Nachrichten“: Korea-Gipfel aus russischer Sicht

    © REUTERS / Korea Summit Press Pool/Pool
    Politik
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    Politiker und Analysten in Moskau begrüßen die direkten Verhandlungen zwischen den Staatschefs Nord- und Südkoreas am Freitag, sprechen von einem Durchbruch und ziehen geschichtliche Parallelen.

    Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte am Freitag: „In Bezug auf die Nachrichten, die aus Korea kommen, kann man sofort sagen: Das sind sehr positive Nachrichten.“ Nord- und Südkorea hatten soeben nach ihrem Gipfeltreffen eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, wonach eine „umfassende Verbesserung“ der Beziehungen angestrebt werden soll.

    Politik-Expertin Jewgenia Woiko, Dozentin an der Finanzuniversität bei der russischen Regierung, sagte gegenüber Sputnik: „Dieses Treffen an und für sich darf als Durchbruch bezeichnet werden, denn bis vor kurzem waren die Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea angespannt oder gar kriegslustig. Zwar bleibt die Frage, wie beständig die beim heutigen Treffen erzielte positive Stimmung sein wird, doch vorerst demonstrieren die beiden Staatschefs den Wunsch, sich weiter in derselben Richtung zu bewegen.“

    „Wollen wir nicht vergessen: Neben den Sicherheitsfragen ist da auch ein gewisses Wirtschaftsinteresse präsent – besonders seitens Pjöngjangs. Dieses Thema, soviel man verstehen kann, wurde beim Gipfeltreffen bereits angesprochen – zumindest in Form einer Erörterung der Frage nach einer Vereinigung der Eisenbahnsysteme der beiden Länder – und wird zweifelsohne eine Fortsetzung erfahren. Dies geht unter anderem darauf zurück, dass Nordkoreas Wirtschaft nach all den Sanktionen akut eine Unterstützung braucht“, so Woiko.

    Wladimir Schamanow, Chef des Verteidigungsausschusses der russischen Staatsduma, äußerte am Freitag vor Journalisten die Meinung, das koreanische Gipfeltreffen sei ein Hinweis darauf, dass eine Vereinigung der beiden Koreas als eine Nation potenziell möglich wäre. Schamanow verwies auf die einstige Spaltung Deutschlands: „Die nachfolgenden Ereignisse führten aber dazu, dass Deutschland derzeit ein geeintes Land ist. Wenn auch nicht schnell, so wurde damit ein Präzedenzfall in der Zeitgeschichte geschaffen.“

    Leonid Sluzki, Chef des Staatsduma-Ausschusses für internationale Angelegenheiten, sagte vor Journalisten, der Korea-Gipfel dürfe als „Durchbruch des Jahrzehnts“ gelten: „Ich würde ihn als ‚Verhandlungen der Hoffnung‘ bezeichnen. Erstmals seit einer langen Zeit zeichnet sich eine positive Verschiebung ab.“

    „Der Dialog ist ausgerechnet das, wofür sich Russland in Sachen Regelung auf der Korea-Halbinsel immer einsetzte. Der 38. Breitengrad hatte einst ein geeintes Volk gespalten. Nur die Koreaner selbst sollten alle Fragen zwischen Nord und Süd klären“, unterstrich Sluzki.

    Aus seiner Sicht sollten sich derzeit keine „äußeren Akteure“ in den Aufbau der Beziehungen zwischen Seoul und Pjöngjang einmischen: „Davon, wie erfolgreich der interkoreanische Dialog sein wird, hängen die Stabilität und Sicherheit der ganzen Region ab.“

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    Regelung, Gipfel, Krise, Dmitri Peskow, Russland, Südkorea, Nordkorea