08:47 18 November 2018
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    Vizekanzler und Bundesfinanzminister Olaf Scholz bei einem Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der G20

    Deutschland-USA: Gespenst des Handelskrieges geht um - WAZ

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    Deutsche Manager werden nervös: US-Präsident Trump hat für den drohenden Handelskrieg ein ganzes Waffenarsenal aufgefahren – Strafzölle, Einfuhrquoten, Vertragskündigungen. Was bedeutet das für die Wirtschaft? Welche Branchen leiden? Und wer profitiert? – fragt die Wolfsburger Allgemeine Zeitung (WAZ).

    „Die Amerikaner, daran zweifelt diesseits des Atlantiks kaum jemand, würden verlieren wie viele andere auch“, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Artikel. „Im Gegenzug hat Europa bereits mit Strafzöllen auf Stahlprodukte wie Motorräder und Jachten, auf Jeans, Whisky und Agrarprodukte wie Mais gedroht.“

    Wirtschaftswissenschaftler und selbst viele US-Manager hätten allerdings eine andere Rechnung aufgemacht: Werde etwa importierter Stahl durch Zölle teurer, hätten zwar einige US-Stahlwerke bessere Wettbewerbschancen, aber für den Rest würden die Preise steigen: Treffen würde das die verarbeitende Industrie und die Endverbraucher.

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    „Michael Frenkel, Professor an der privaten Wirtschaftshochschule WHU –  Otto Beisheim School, erinnert an Stahlzölle, die George W. Bush 2002 eingeführt hatte: Sie wurden 18 Monate später auf Druck der Industrie abgeschafft, nachdem sie 140.000 Arbeitsplätze in anderen Branchen vernichtet hatten – und weil die WTO sie für unrechtmäßig erklärt hatte“, schreibt das Blatt.

    „Ungeschoren kämen aber auch die Europäer nicht davon. Es sind nicht die Einzelmaßnahmen eines Handelsstreits, die den Experten Sorgen machen. Es ist die Furcht vor einer Kettenreaktion, wenn der erste Schritt einmal gemacht ist. Selbst wenn die Diplomatie Erfolg hat und die EU geschont wird, kämen die Wellen des amerikanisch-chinesischen Konflikts hier an: Beide Seiten würden neue Märkte für die Waren suchen, die sie im anderen Land nicht mehr loswerden“, schreibt die Zeitung.

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    Die Hochstimmung in den deutschen Chefetagen verfliege, der deutsche Geschäftsklima-Index sinke. „Auch Trump zögert angesichts der unkalkulierbaren Folgen. Doch schon die Waffe auf dem Tisch zeigt Wirkung. Die irritierten Handelspartner müssen sich positionieren – nicht immer im Sinne der USA“, heißt es.

     

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    Tags:
    Gegensanktionen, Gespenst, Handelskrieg, USA, Deutschland