09:25 22 August 2018
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    Kruzifix (Symbolbild)

    Kruzifixe: Bayrisches Getue und Steilvorlage für Islamisten – EU-Abgeordneter Henkel

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    Politik
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    Matthias Witte
    Kruzifixe an bayerischen Behörden (6)
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    Mit dem Kruzifix-Erlass hat sich die CSU wenig Freunde gemacht. „Ich würde das Kreuz nicht aufhängen“, sagt Hans-Olaf Henkel. Der Europa-Politiker (Liberal-konservative Reformer) sieht in dem Erlass der Christsozialen sogar eine Vorlage für Extremisten.

    Was Henkel machen würde, wenn jemand im Europaparlament Kruzifixe vorschreiben würde, wollte Sputnik von ihm wissen. Die Antwort kam prompt: „Erstens würde ich das Kreuz nicht aufhängen und zweitens würde ich es als unverschämt und übergriffig empfinden.“ Darüber hinaus kann der frühere Präsident des Verbands der Deutschen Industrie (BDI) wenig Sinnvolles an der Kruzifix-Aktion entdecken. Eher im Gegenteil:

    „Was die bayerische Staatsregierung da losgelassen hat, ist ein Rohrkrepierer. Das ist ein Bärendienst für diejenigen, die sich für eine Trennung von Staat und Religion einsetzen – insbesondere im Hinblick auf den wachsenden Einfluss des Islam in Deutschland. Jetzt haben plötzlich die Islamisten wieder einen Grund, aggressiver für ihre Religion zu werben als vorher.“

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    In Bayern wird im Herbst ein neuer Landtag gewählt. Ministerpräsident Söder und die CSU fürchten um die absolute Mehrheit. Die Regierung hofft, mit den Kruzifixen beim Wähler zu punkten.

    Henkel ist da skeptisch: „Die Bayern sind nicht so, wie wir sie uns gern vorstellen: Hinter dem Mond und nicht weltoffen. Das Gegenteil ist der Fall: Bayern ist das größte Geberland der Bundesrepublik. Und das ist es nicht geworden, weil es Lederhosen verkauft oder Bier ausschenkt, sondern wegen der Infrastruktur und der hervorragenden Industrie. Denken Sie an BMW, Audi, Infineon oder Linde. Das sind international tätige Unternehmen, denen dieses bayerische Getue sicher auf den Geist geht.“

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    Der EU-Abgeordnete vermutet, dass sich Söder mit Hilfe der Kreuze von der CDU distanzieren wolle. Dazu habe die CSU freilich allen Grund: Denn ihre Schwesterpartei sei unter Bundeskanzlerin Merkel so sozialdemokratisch geworden, wie es selbst die SPD nicht mehr sei.

    Kreuze als Zeichen der Abtrennung? Henkel bezweifelt, dass dieses Konzept bei der Bayern-Wahl aufgeht. Gewählt wird am 14. Oktober. Bis dahin fließt noch viel Wasser die Isar und den Inn hinab.

    Das komplette Interview mit Hans-Olaf Henkel zum Nachhören:

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    Kruzifixe an bayerischen Behörden (6)

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    Tags:
    Kruzifix, Behörden, Kirche, CSU, Hans-Olaf Henkel, Bayern, Deutschland
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