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    Präsident der EU- Kommission Jean-Claude Juncker,und der russische Präsident Wladimir Putin (Archivbild)Jean-Claude Juncker und Wladimir Putin (Archiv)

    „Mein Freund Putin“: Juncker fordert „Gespräch auf Augenhöhe“ mit Russland

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    EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat in einem neuen Interview die aktuelle Rhetorik des Kalten Krieges kritisiert: Europa muss laut ihm lernen, Russland auf Augenhöhe zu begegnen. Er warnte davor, das Land zu unterschätzen.

    „Mein Freund Wladimir Putin – wir sind schon seit Jahren Freunde, obwohl man heute nicht sagen darf, dass man mit Putin befreundet ist – war seinerzeit sehr unangenehm von einem Satz des Präsidenten Obama betroffen, als dieser sagte, Russland sei bloß eine Regionalmacht“, sagte Juncker in einem Interview für die niederländische Tageszeitung „Trouw“.

    Wenn Russland etwas nicht sei, dann eine Regionalmacht, betonte Juncker. „Wir müssen es lernen, mit Russen auf Augenhöhe zu sprechen.“

    Europa müsse den Kontakt mit Russland wiederaufnehmen. „Russland ist ein wichtiger Akteur. Es gibt keine Sicherheitsagenda für Europa ohne Russland. Mir gefällt die aktuelle Rhetorik des Kalten Krieges nicht“, so Juncker weiter.

    Der Kommissionspräsident rief die Europäer zu Bescheidenheit auf: „Wir Europäer denken manchmal, dass wir die Herren der Welt sind. Wir vergessen, dass wir ein kleiner und schwacher Teil des Universums sind.“ Europa verliere allmählich die wirtschaftliche Stärke: „Wir kommen langsam aber sicher vom BIP von 25 Prozent auf 18 bis 16 Prozent herunter.“

    Auch demographisch gesehen gehe es Europa nicht so gut. „Wir existieren kulturell, aber wir sind nicht dominant.“ Daher lade er alle immer ein, bescheidener zu sein. „Wir müssen tatsächlich auf den Rest der Welt hören.“

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    Tags:
    Dialog, Kalter Krieg, Jean-Claude Juncker, Wladimir Putin, Europa, Russland
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