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    Die Golanhöhen an der Grenze zwischen Syrien und Israel

    „Korrekt gehandelt“: Ex-Soldat verteidigt österreichische Blauhelme nach Golan-Video

    © AFP 2018 / JALAA MAREY
    Politik
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    Nach der Veröffentlichung eines Videos aus dem Jahr 2012, das österreichische Blauhelm-Soldaten in Bedrängnis bringt, hat ein ehemaliger Bundesheerangehöriger seine Kameraden in Schutz genommen: Diese hätten laut ihm damals auf den Golanhöhen nicht anders vorgehen dürfen.

    Gegenüber den „Salzburger Nachrichten“ bestätigte der Ex-Soldat Markus H. die Echtheit der Aufnahmen, die der Wochenzeitung „Falter“ vor Kurzem zugespielt wurden. „Das Video ist echt und trotzdem läuft in der Diskussion darüber vieles im Moment falsch“, wird H. zitiert. Jemand, der nur das Video gesehen habe, bekomme den falschen Eindruck.

    Die brisanten Aufnahmen legen nahe, dass österreichische Blauhelm-Soldaten auf den Golanhöhen im Jahr 2012 syrische Polizisten vor einem Hinterhalt nicht gewarnt hatten. Neun Syrer kamen dabei vor ihren Augen ums Leben.

    Markus H., der selbst einmal dort im Einsatz gewesen sein soll, habe die Stimmen der österreichischen Blauhelm-Soldaten im Video wiedererkannt. Aus seiner Sicht hatten die Österreicher zu „100 Prozent korrekt gemäß unserem Auftrag gehandelt“. Hätten sie nämlich die syrischen Geheimpolizisten gewarnt, wären sie selbst „auf der Abschussliste der Bewaffneten“ gelandet. Dann, so H., wären die Österreicher im Sarg nach Hause gekommen.

    Der entscheidende Befehl zur Unterlassung der Warnung soll über Funk vom Kommandanten der Kompanie gekommen sein. Und die österreichischen Soldaten hätten nur auf Befehl gehandelt. „Das haben mir die Kameraden nachher noch erzählt. Der Befehl lautete: nicht einmischen.“

    „Die Sprüche auf dem Video sind derbe und nicht korrekt, aber man muss bedenken, die Sprüche stammen von jungen Burschen, die unter Stress stehen“, führt Markus H. fort.

    Der Wiener Völkerrechtler Manfred Nowak teilt die Meinung des ehemaligen Soldaten der Zeitung zufolge nicht. Die gebotene Neutralität gilt laut ihm nur zwischen den Konfliktparteien — in diesem Fall zwischen Israel und Syrien. Die Blauhelme hätten „die Pflicht gehabt, die Syrer zu warnen“.

    Schlimmstenfalls könnte den Uno-Soldaten eine Anklage wegen Beihilfe zum Mord drohen, weil sie den Syrern „wider besseres Wissen eine falsche Auskunft gegeben“ hätten.

    Aufgrund des Videos hat das Verteidigungsministerium in Wien laut dem Blatt bereits eine Untersuchungskommission eingesetzt. Chefredakteur Florian Klenk fragt in dem Video, ob dieser Vorfall einer der Gründe gewesen sei, dass die österreichischen Soldaten kurze Zeit später, im Jahr 2013, vom Golan abgezogen worden seien.

     

    Tags:
    Video, Warnung, Tod, Blutbad, Hinterhalt, Soldaten, Blauhelme, Uno, Israel, Syrien, Österreich
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