18:04 21 August 2018
SNA Radio
    Ein Buch (Symbolbild)

    „Sowjetistan“-Autorin sagt Russlands Zerfall voraus – Forscher kontern

    CC0
    Politik
    Zum Kurzlink
    3619237

    Die norwegische Schriftstellerin Erika Fatland hat 14 an Russland grenzende Staaten auf der Suche nach Material für ihr neues Buch „Graensen“ (dt. „Grenze“) besucht, in dem sie nun den Zerfall jenes Landes voraussagt. Darüber schreibt die dänische Tageszeitung „Berlingske“ am Sonntag.

    Um Russland „von außen her“ besser kennenzulernen, sei Fatland im Laufe von 259 Tagen viel gereist. Während dieser Zeitspanne habe sie Nordkorea, China, Aserbaidschan, Georgien, Litauen und andere Länder besucht. Der Schriftstellerin zufolge verhalten sich alle russischen Nachbarn außer China zu Russland wie zu einem „älteren Bruder“.

    Nach ihren Reisen vermutete die Norwegerin, dass die Russen immer bestrebt seien, ihr Land größer zu machen und die Territorien, die einmal Teil Russlands gewesen waren, zurückzubekommen.

    Ich meine, Russland wird sich ausbreiten, bis es zerfällt. Ich kann nicht genau sagen, wann dies passiert, aber ich glaube nicht, dass seine Grenze in etwa 100 Jahren so aussehen wird wie heute. Die russische Grenze wird kürzer werden“, so Fatland, deren Buch „Sowjetistan“ von 2015 mit dem norwegischen Buchhandelspreis ausgezeichnet wurde.

    Zu dieser Schlussfolgerung sei sie gelangt, da ja „eine Vielfalt von Imperien existierte, und immer waren sie zerfallen“.

    Im Gespräch mit Sputnik äußerte der russische Politologe Juri Swetow die Meinung, dass viele „davon träumen, dass Russland kleiner wird“. „Man kann sich an die Ex-US-Außenministerin Madeleine Albright erinnern, die auch gemeint hatte, dass wir ein ‚zu großes Territorium‘ besäßen. Allerdings stützt sich unser Land vor allem auf den inneren Zustand der hier lebenden Völker und jedes einzelnen Menschen“, so Swetow.

    Ihm zufolge ist der Wunsch der Bürger Russlands, ihr geeintes Land zu erhalten, viel stärker als dies vielleicht von außen her scheinen mag.

    „Wenn ich die Jugendlichen beobachte, sehe ich, dass sie sich nicht so gegenüber dem eigenen Land entfremdet fühlen, wie das bei den Menschen in den letzten Jahren der Existenz der Sowjetunion zu spüren war, als verschiedenste Nationen meinten, dass es für sie besser wäre, allein als gemeinsam zu leben. Innerhalb Russlands ist sowas nicht zu spüren“, sagt der Politologe.

    Der Professor am Lehrstuhl für Staatsverwaltung und nationale Sicherheit der Diplomatischen Akademie des russischen Außenministeriums, Iwan Surma, hatte im Interview mit Sputnik darauf hingewiesen, dass Fatland jene Nachbarländer Russlands besucht habe, die sich — außer China — „nicht in der allerbesten Lage befinden“. Ihm zufolge müsse die Autorin, um das Wesen des Problems zu begreifen, Russland besuchen und sich die Veränderungen anschauen, die sich seit ihrem letzten Aufenthalt dort ereignet hätten.

    Zum Thema:

    Medien über „ominöses“ U-Boot aus Russland
    Venezuelas Verteidigungsratschef: Russland macht USA Strich durch die Rechnung
    Ukrainischer Rechtspolitiker nennt Bedingung für militärischen Angriff auf Russland
    USA drohen Syrien erneut Gewalt an – Russland lässt neue Schläge nicht zu
    Tags:
    Nachbarländer, Material, Territorium, Grenzen, Zerfall, Reisen, Diplomatische Akademie, dänische Tageszeitung „Berlingske, Außenministerium Russlands, Sputnik, Iwan Surma, Juri Swetow, Erika Fatland, Sowjetunion, Aserbaidschan, Dänemark, Norwegen, Litauen, Georgien, Nordkorea, Russland, China
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren