SNA Radio
    Mitarbeiter der Notdienste am Ort, wo Sergej Skripal und seine Tochter in der britischen Stadt Salisbury gefunden wurden

    Fall Skripal als Rechtfertigung für Schlag gegen Syrien missbraucht – Sacharowa

    © AP Photo / PA/Andrew Matthews
    Politik
    Zum Kurzlink
    81252

    Die Causa Skripal ist laut der russischen Außenministeriumssprecherin Maria Sacharowa nötig gewesen, um den späteren Raketenschlag der USA, Großbritanniens und Frankreichs gegen syrische Einrichtungen zu rechtfertigen.

    „Als der Fall Skripal begonnen hat, haben wir gesagt, (…) dass alles mit Syrien zusammenhängt. Der Schlag gegen Syrien ist eben versetzt worden. ‚Ausgezeichnet‘. Bereits in dieser Etappe wurde dieses Thema offenbar gerechtfertigt (…). Der Einsatz, mit dem man gerechnet hatte, wurde gerechtfertigt“, so Sacharowa am Sonntag in einer politischen Talkshow im russischen Fernsehen.

    Seitdem habe die britische Presse jedes Interesse am Fall Skripal verloren.

    Wie die Sprecherin hinzufügte, hatte Großbritannien keine Beweise für den angeblichen C-Waffen-Einsatz im syrischen Duma. Gleichzeitig habe das Land jedoch „die Information zur Hand gehabt, dass Russland Großbritannien mit Chemiewaffen angegriffen hätte“.

    In der Nacht zum 14. April hatten die USA, Großbritannien und Frankreich als Vergeltung für die angebliche Chemieattacke im syrischen Duma mehr als 100 Raketen auf Regierungsobjekte in Syrien abgefeuert, die ihrer Ansicht nach mit der Produktion von Kampfstoffen zu tun haben. Die syrischen Behörden erklärten mehrmals, dass das gesamte Arsenal an chemischen Waffen Syriens unter Kontrolle der Organisation für das Verbot für chemische Waffen (OPCW) außer Landes gebracht und entsorgt worden war.

    Tomahawk-Schlag der US-Navy gegen Syrien
    © REUTERS / U.S. Navy/ Lt. j.g Matthew Daniels/ Handout
    Der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnete diese Schläge als Akt der Aggression gegen einen souveränen Staat. Weder russische Militärexperten noch einheimische Bürger hätten die Fakten eines Chemieangriffs bestätigt, der zum Vorwand für den Militärschlag geworden war.

    Am 4. März waren im britischen Salisbury der russische Ex-Doppelagent der GRU, Sergej Skripal, und seine Tochter Julia vergiftet worden, was einen großen internationalen Skandal provoziert hatte. London behauptet, Skripal und seine Tochter seien mit dem Stoff A234 vergiftet worden, und wirft Moskau vor, in das Attentat verwickelt zu sein, weil der Giftstoff nach Angaben von Experten sowjetischer Herkunft gewesen sein soll. Russland wies die Vorwürfe entschieden zurück.

    Zum Thema:

    Briefing von Außenministeriums-Sprecherin Sacharowa - VIDEO
    Außenamtssprecherin Sacharowa bangt um die Welt: „USA erkaufen Loyalität anderer“
    Sacharowa: US-Einbruch in Generalkonsul-Residenz ist "staatlicher Raubüberfall"
    Giftgasanschläge in Großbritannien und Syrien – Sacharowa erkennt klaren Zusammenhang
    Tags:
    Talkshow, Raketenschläge, Rechtfertigung, GRU, OPCW, Außenministerium Russlands, Maria Sacharowa, Wladimir Putin, Duma, Großbritannien, USA, Frankreich, Russland
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren